Dornrücken-Engelhai - Squatina armata
Körperbau und Merkmale
Der Dornrücken-Engelhai besitzt den für Engelhaie typischen, stark abgeflachten Vorderkörper. Kopf sowie große Brust- und Bauchflossen bilden von oben eine annähernd rautenförmige Silhouette, während der hintere Körper deutlich haiartig bleibt. Die Augen liegen auf der Oberseite; unmittelbar dahinter sitzen große Spritzlöcher, über die das Tier auch beim Ruhen am Grund Wasser zu den Kiemen führen kann.
Namensgebend sind kräftige Dornen auf Schnauze und Kopf sowie vergrößerte, hakenförmige Dornen entlang des Rückens und am Vorderrand der Brustflossen. Eine moderne Neubeschreibung der Art hebt außerdem die schmale Kopfform, die Nasenbarteln und die Anordnung der Hautzähnchen als wichtige Bestimmungsmerkmale hervor.
Die Oberseite ist ocker- bis graubraun und trägt dunklere Flecken oder Punkte. Diese unregelmäßige Zeichnung löst die Körperkontur auf sandigem oder schlammigem Untergrund optisch auf. Zwei kleine Rückenflossen sitzen weit hinten; eine Afterflosse fehlt. Als mittelgroßer Engelhai erreicht die Art nach der aktuellen Gefährdungsbewertung etwa 150 Zentimeter Gesamtlänge.
Verbreitung und Lebensraum
Der Dornrücken-Engelhai lebt im südöstlichen Pazifischen Ozean. Sein bekanntes Verbreitungsgebiet reicht entlang der amerikanischen Westküste von Kolumbien über Ecuador und Peru bis in den Süden von Chile. Im nördlichen Teil des Areals sind ältere Nachweise wegen möglicher Verwechslungen mit dem Pazifischen Engelhai mit Vorsicht zu bewerten.

Die Art lebt demersal auf dem Kontinentalschelf und hält sich überwiegend auf oder knapp über dem Meeresboden auf. Die chilenische Biodiversitätsplattform nennt Vorkommen von küstennahen Bereichen bis 400 Meter Tiefe und einen Schwerpunkt zwischen etwa 30 und 70 Metern. Sandige und schlammige Böden bieten sowohl Tarnung als auch geeignete Bedingungen für die Jagd aus dem Hinterhalt.
Ausgedehnte Wanderungen oder klar abgegrenzte Fortpflanzungsgebiete sind bislang nicht ausreichend dokumentiert. Auch deshalb lassen sich lokale Bestandsgrenzen nur schwer bestimmen. Küstennahe Lebensräume überschneiden sich jedoch großflächig mit Grundschleppnetz-, Stellnetz- und handwerklichen Fischereien.
Lebensweise und Fortpflanzung
Der Dornrücken-Engelhai ist ein bodennaher Lauerjäger. Er kann sich teilweise in weichen Untergrund eingraben und aus kurzer Distanz nach vorbeiziehender Beute schnellen. Eine Untersuchung der Nahrung in Peru weist Fische, Weichtiere und Krebstiere nach. Welche Beute dominiert, verändert sich mit Körpergröße und lokalem Nahrungsangebot.
Die Fortpflanzung ist aplazentar vivipar: Die Embryonen entwickeln sich im Muttertier und werden über ihren Dottervorrat ernährt, ohne eine Plazentaverbindung auszubilden. Erste detaillierte Untersuchungen der Fortpflanzungsorgane beschrieben mehrere Reifestadien von Weibchen aus Peru. Nach derzeitigen Angaben umfasst ein Wurf ungefähr sechs bis zehn Jungtiere.
Alter bei Geschlechtsreife, Tragzeit, Fortpflanzungsrhythmus und natürliches Höchstalter sind für diese Art noch unzureichend bekannt. Die IUCN leitet aus verwandten Engelhaien eine lange Generationszeit von rund 23 Jahren ab. Eine langsame Erneuerung der Population macht starke Verluste erwachsener Tiere besonders schwer ausgleichbar.
Gefährdung und Schutz
Die IUCN führt den Dornrücken-Engelhai als vom Aussterben bedroht. Grundlage ist ein geschätzter Populationsrückgang von mehr als 80 Prozent über drei Generationen. Historische Bestandsdaten sind lückenhaft, doch stark sinkende Sichtungs- und Anlandungszahlen sprechen für einen großräumigen Einbruch.
Die wichtigste Bedrohung ist die Fischerei. Der flache, bodenlebende Körper wird leicht von Grundschleppnetzen und Stellnetzen erfasst. Fänge treten außerdem an Grund- und Oberflächenlangleinen auf. Ein Teil wird als Beifang angelandet; in Peru existieren auch gezielte handwerkliche Fänge. Die Nutzung konzentriert sich damit genau auf Schelfgebiete, in denen die Art lebt und sich vermutlich fortpflanzt.
Wirksamer Schutz erfordert artspezifische Fangdaten, sichere Bestimmung an Bord und in Häfen sowie eine Verringerung der Sterblichkeit in Grund- und Stellnetzfischereien. Schutzgebiete können nur helfen, wenn sie wichtige Aufenthalts- und Fortpflanzungsräume abdecken und dort grundberührende Fanggeräte tatsächlich begrenzen.
Begegnungen mit Menschen
Begegnungen beim Sporttauchen sind selten. Der Dornrücken-Engelhai ist kein regelmäßig angebotenes Ziel kommerzieller Haitauchgänge und kann wegen seiner Tarnung selbst in geeigneten Lebensräumen leicht übersehen werden. Ein ruhig am Boden liegendes Tier sollte mit Abstand beobachtet und weder berührt noch zum Schwimmen gedrängt werden.
Engelhaie jagen nicht auf Menschen. Werden sie jedoch bedrängt, angefasst oder in einem Netz fixiert, können sie den Kopf sehr schnell anheben und zubeißen. Für Taucher bedeutet das: nicht über dem Kopfbereich schweben, Fluchtwege freihalten und auf Foto- oder Videopositionen verzichten, die das Tier einkreisen.
Der engste Kontakt mit Menschen entsteht in der Fischerei. Eine Untersuchung der Anlandungen in San José de Lambayeque dokumentierte Größen, Geschlechter und Fortpflanzungszustände gefangener Tiere. Solche Daten sind für den Schutz wertvoll, zeigen aber zugleich, dass die Art weiterhin in kleinen Küstenfischereien landet.
Steckbrief
- Erstbeschreibung:
- Max. Größe:
- Tiefe:
- Max. Alter:
- Max. Gewicht:
- Wassertyp:
- IUCN Status:
Systematik
- Reich:
- Stamm:
- Unterstamm:
- Infrastamm:
- Parvstamm:
- Klasse:
- Teilklasse:
- Überordnung:
- Ordnung:
- Familie:
- Gattung:

