Hai-Biss auf den Bahamas: Schnorchler mit 24 Stichen versorgt

Ein 69-jähriger Urlauber aus Connecticut wurde am 24. Juli 2026 beim Schnorcheln auf den Bahamas von einem Hai gebissen. Die Crew stoppte die Blutung, ein Arzt verschloss die Wunde am linken Schienbein mit 24 Stichen.

Sharky24. Juli 2026
John Schweizer sitzt nach dem Hai-Biss auf den Bahamas mit verbundenem linken Unterschenkel auf einem Krankenhausbett
Quelle: CT Insider

Ein 69-jähriger Mann aus Niantic im US-Bundesstaat Connecticut ist am 24. Juli 2026 beim Schnorcheln auf den Bahamas von einem Hai gebissen worden. John Schweizer überlebte den Vorfall mit einer tiefen Wunde am linken Schienbein. Ein Arzt an Bord seines Kreuzfahrtschiffes verschloss die Verletzung später mit 24 Stichen.

Das berichtet CT Insider nach Gesprächen mit Schweizer und seinem Sohn Tom. Der pensionierte Finanzberater war mit seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Söhnen auf einer Abenteuerkreuzfahrt. Vor einem Schnorchelausflug hätten Guides die Gäste darauf hingewiesen, direkt ins Wasser zu springen. Dadurch sollten Karibische Riffhaie in der Nähe verscheucht werden.

Ein etwa zwei Meter langer Hai stieg unter ihm auf

Tom Schweizer beobachtete den Einstieg vom Boot aus. Nach seiner Schilderung stieg unmittelbar unter seinem Vater ein ungefähr sieben Fuß, also gut zwei Meter langer Hai auf. John Schweizer spürte den Biss sofort und wurde für einen Moment unter Wasser gezogen. Er konnte das Boot aus eigener Kraft erreichen, blutete dort aber stark.

Die Bootscrew wickelte das verletzte Bein ein und organisierte ein schnelleres Boot für den Rückweg zum Kreuzfahrtschiff. Dort versorgte ein Arzt die Wunde. In Miami erhielt Schweizer nach Angaben seines Sohnes eine weitere medizinische Behandlung. Zurück in Connecticut begrüßten Nachbarn den Urlauber mit Haikostümen, eine humorvolle Heimkehr nach einem ernsten Zwischenfall.

Karibischer Riffhai gilt als wahrscheinlich, aber nicht bestätigt

Der Bericht nennt einen Karibischen Riffhai als wahrscheinliche Art. Eine unabhängige Bestätigung oder forensische Artbestimmung liegt jedoch nicht vor. Auch die beobachtete Größe allein reicht für eine sichere Zuordnung nicht aus. Auf den Bahamas kommen mehrere ähnlich gebaute Requiemhaie vor, die aus kurzer Distanz verwechselt werden können.

Nur vier bestätigte unprovozierte Fälle in der ISAF-Tabelle

Die Artenübersicht des International Shark Attack File führt für den Karibischen Riffhai weltweit vier bestätigte unprovozierte Vorfälle mit Menschen auf. Alle vier verliefen nicht tödlich. Das Florida Museum weist zugleich darauf hin, dass die Beweislage bei einzelnen Artzuordnungen nicht immer abschließend ist.

Karibische Riffhaie sind an Korallenriffen der Bahamas häufig. Sie können knapp drei Meter lang werden, ernähren sich überwiegend von Fischen und nehmen als große Räuber eine wichtige Rolle im Riffökosystem ein. Ihre regelmäßige Anwesenheit macht Begegnungen für Schnorchler und Taucher wahrscheinlicher, bedeutet aber nicht, dass Bisse ein gewöhnlicher Teil solcher Ausflüge sind.

Der genaue Ort des Vorfalls bleibt offen

CT Insider nennt die Bahamas als Land des Zwischenfalls, veröffentlicht aber weder eine Insel noch einen konkreten Tauch- oder Schnorchelplatz. Damit lässt sich aus dem Bericht keine belastbare Aussage über die Bedingungen am Ort ableiten. Unklar bleibt auch, ob Futter, Fischschwärme, starke Strömung oder eingeschränkte Sicht eine Rolle spielten.

Die Anweisung, ins Wasser zu springen, sollte nach Angaben der Guides Haie vertreiben. Sie ist jedoch kein allgemeingültiger Sicherheitsstandard. Entscheidend sind immer die konkrete Situation, die Art und Zahl der Tiere, die Sichtverhältnisse sowie ein Briefing, das einen geordneten Ein- und Ausstieg und einen klaren Abbruch des Schnorchelganges vorsieht.

Schnelle Reaktion der Crew verhinderte weitere Probleme

Im konkreten Fall war die Rettungskette kurz: Schweizer gelangte zurück auf das Boot, die Crew reagierte sofort, ein schnellerer Transport wurde organisiert und auf dem Schiff stand medizinische Hilfe bereit. Der glimpfliche Ausgang ändert nichts daran, dass stark blutende Bisswunden innerhalb weniger Minuten gefährlich werden können.

Der Vorfall zeigt damit zwei Seiten einer Haibegegnung auf den Bahamas. Große Haie gehören dort selbstverständlich zum Meer, und Zwischenfälle mit Menschen bleiben selten. Gleichzeitig dürfen ihre Kraft und die möglichen Folgen eines einzelnen Bisses nicht unterschätzt werden. Professionelle Abläufe an Bord waren für Schweizer entscheidend.

Quellen

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