Brauner Katzenhai - Apristurus brunneus

Der Braune Katzenhai Apristurus brunneus ist ein kleiner, schlanker Tiefseehai mit lang gestrecktem Körper. Der Kopf ist breit und abgeflacht, die Schnauze lang und nach vorn schmaler werdend. Auf ihrer Unterseite liegen zahlreiche Sinnesporen, mit denen der Hai Bewegungen und schwache elektrische Signale bodennaher Beute wahrnimmt.

Die Augen sind klein und seitlich am Kopf angeordnet. Das breite, gebogene Maul sitzt auf der Unterseite; an den Mundwinkeln verlaufen gut erkennbare Lippenfurchen. Die zahlreichen kleinen Zähne besitzen mehrere Spitzen und eignen sich zum Festhalten kleiner Fische und wirbelloser Tiere, nicht zum Zerteilen großer Beute.

Flossen und Färbung

Beide Rückenflossen sind klein, ähnlich groß und weit nach hinten versetzt. Die erste beginnt ungefähr über dem hinteren Bereich der Bauchflossen. Auffällig ist die lange Afterflosse, deren Basis fast bis an die Schwanzflosse reicht. Die Schwanzflosse ist niedrig und besitzt einen deutlich größeren oberen als unteren Lappen.

  • Schlanker, weicher Körper mit breitem, flachem Kopf.
  • Lange Schnauze mit auffälligen Reihen von Sinnesporen.
  • Fünf kurze Kiemenspalten seitlich hinter dem Kopf.
  • Zwei kleine Rückenflossen weit hinten am Körper.
  • Sehr lange Afterflosse unmittelbar vor der Schwanzflosse.
  • Einheitlich hell- bis dunkelbraune Färbung mit kontrastierenden Flossenrändern.

Oregon Sea Grant nennt eine maximale Gesamtlänge von rund 68 bis 69 Zentimetern. Weibchen werden im Mittel größer als Männchen. Die schlichte braune Färbung, der lang gestreckte Körper und die weit hinten liegenden Rückenflossen sind im Zusammenspiel wichtige Erkennungsmerkmale.

Der Braune Katzenhai lebt im östlichen Pazifik. Sicher belegt ist er von Kanada über die Westküste der USA bis zur Baja California in Mexiko. Weitere Nachweise und Verbreitungsmodelle reichen entlang Mittelamerikas und der südamerikanischen Pazifikküste.

Brauner Katzenhai Apristurus brunneus Karte Verbreitung
Chris_huh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; historical map from 2007, converted from PNG to WebP

Zum erweiterten bekannten Areal zählen Gewässer vor Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama sowie vor Ecuador, Peru und Chile. In den südlichen Teilen des Areals sind Funde wesentlich lückenhafter als vor Nordamerika.

Kontinentalrand und Tiefseeboden

FishBase nennt einen Tiefenbereich von 33 bis 1.306 Metern. Die Art lebt bodennah auf dem äußeren Kontinentalschelf und am oberen Kontinentalhang. Sie wird vor allem über weichen Schlamm- und Sandböden beobachtet, kann aber auch in strukturierteren Tiefseehabitaten vorkommen.

Das Wasser in diesen Tiefen ist kalt, dunkel und häufig sauerstoffarm. Die meisten direkten Beobachtungen stammen von Forschungsfängen, Bodenschleppnetz-Surveys und ferngesteuerten Tauchrobotern. Eine fehlende Meldung in einem Küstenabschnitt bedeutet daher nicht automatisch, dass die Art dort nicht vorkommt.

Die Karte ist eine historische, schematische Darstellung aus dem Jahr 2007. Sie zeigt das damals zusammengefasste Vorkommen und keine aktuelle, punktgenaue Funddatenbank. Neuere Nachweise und die heute bekannte größere Tiefenspanne lassen sich daraus nicht vollständig ablesen.

Der Braune Katzenhai hält sich dicht über dem Meeresboden auf und sucht langsam nach kleiner Beute. Seine Schnauzenporen und der ausgeprägte Geruchssinn helfen ihm, Tiere im Schlamm oder in völliger Dunkelheit zu lokalisieren. Über tägliche Aktivitätsrhythmen und Wanderungen ist nur wenig bekannt.

Nahrung

Nach Angaben des Monterey Bay Aquarium frisst die Art vor allem Garnelen, kleine Tintenfische und Fische. Untersuchungen nennen außerdem Euphausiiden. Das breite Maul und die kleinen mehrspitzigen Zähne passen zu einer Jagd auf kleine, weiche oder nur schwach gepanzerte Beutetiere am Tiefseeboden.

Eier mit langen Haftfäden

Die Art ist eierlegend. In jedem der beiden Eileiter entwickelt sich gewöhnlich eine Eikapsel, sodass ein Weibchen zwei Kapseln gleichzeitig tragen kann. Der Embryo wird ausschließlich vom Dotter ernährt und schlüpft nach seiner Entwicklung als selbstständiges Jungtier.

Die Studie zur Morphologie der Eikapseln beschreibt etwa 52 bis 72 Millimeter lange Eikapseln. An beiden Enden sitzen lange Fäden; besonders die hinteren sind kräftig und eng eingerollt. Sie können die Kapsel an Korallen, Schwämmen oder anderem festen Substrat verankern und verhindern, dass sie in der Strömung fortgetragen wird.

Vor Kanada wurden Weibchen mit Eikapseln zwischen Februar und August festgestellt. Ob die Eiablage weiter südlich denselben Rhythmus besitzt, ist ungeklärt. Tragzeit der Kapseln, Schlupfgröße, Alter bei Geschlechtsreife und Lebenserwartung sind weiterhin nur unzureichend bekannt.

Die aktuelle Bewertung der IUCN Red List stuft den Braunen Katzenhai als nicht gefährdet (Least Concern) ein. Die 2025 veröffentlichte Bewertung ersetzt die frühere Einstufung als unzureichend erforscht. Der Populationstrend wird als stabil angegeben.

Eine gezielte Fischerei auf diese kleine Art ist nicht bekannt. Sie kann jedoch als unbeabsichtigter Beifang in Bodenschleppnetzen, Grundlangleinen und anderen tief geführten Fanggeräten auftreten. Tiere aus großer Tiefe können durch Druckveränderung und Fangvorgang verletzt werden, auch wenn sie anschließend zurückgesetzt werden.

Warum weitere Beobachtung nötig bleibt

  • Große Teile des Areals werden nur unregelmäßig wissenschaftlich beprobt.
  • Artbestimmungen innerhalb der artenreichen Gattung Apristurus sind schwierig.
  • Beifänge werden nicht in allen Fischereien bis zur Art bestimmt oder gemeldet.
  • Eikapseln und empfindliche Tiefseeböden können durch Bodengeräte beschädigt werden.
  • Wachstum, Alter, Reife und natürliche Sterblichkeit sind unzureichend bekannt.

Das breite Verbreitungsgebiet und Vorkommen bis in große Tiefen bieten wahrscheinlich einen gewissen Schutz vor lokalen Eingriffen. Dies schließt regionale Belastungen am Kontinentalhang nicht aus. Standardisierte Beifangdaten und fotografisch belegte Artbestimmungen sind deshalb für künftige Bewertungen wichtig.

Schutzmaßnahmen sollten besonders auf die Begrenzung bodenberührender Fischerei in empfindlichen Tiefseehabitaten und eine schonende Behandlung unvermeidbarer Beifänge zielen. Auch der Schutz von Korallen- und Schwammfeldern kommt den Eikapseln zahlreicher Tiefsee-Katzenhaie zugute.

Für Menschen stellt der Braune Katzenhai keine Gefahr dar. Mit weniger als 70 Zentimetern Körperlänge, kleinen Zähnen und einem Leben weit unterhalb üblicher Tauchtiefen gibt es praktisch keine direkten Begegnungen mit Badegästen oder Sporttauchern.

Lebende Tiere werden vor allem mit Tiefsee-Kameras und ferngesteuerten Fahrzeugen beobachtet. Solche Aufnahmen sind wissenschaftlich wertvoll, weil Körperform, Verhalten und Lebensraum dokumentiert werden können, ohne den Hai zu fangen oder vom Meeresboden zu entfernen.

Beifang und wissenschaftliche Meldung

Fisheries and Oceans Canada bittet darum, Haibegegnungen in British Columbia zu dokumentieren und zu melden. Für eine verwertbare Meldung sind Fangort, Datum, Tiefe, Fanggerät, Gesamtlänge, Geschlecht und scharfe Fotos von Kopf, Flossen und gesamter Körperseite besonders hilfreich.

  • Ein Tier nur so kurz wie möglich an Deck halten und vor Austrocknung schützen.
  • Körper und Schwanz vollständig stützen; niemals an Kiemen oder Flossen tragen.
  • Haken und Fanggerät vorsichtig entfernen, ohne Maul oder Kiemen zu verletzen.
  • Bei starkem Druckschaden regionale wissenschaftliche Freilassungsprotokolle beachten.
  • Ungewöhnliche Fänge mit Fotos an Fischerei- oder Forschungseinrichtungen melden.

Eine Haltung in öffentlichen Aquarien ist wegen der Anforderungen an kaltes Wasser, Druck, Tiefe und Bodenhabitat selten. Für Forschung und Vermittlung sind hochaufgelöste ROV-Aufnahmen und korrekt zugeordnete Eikapseln daher oft aussagekräftiger als lebende Exponate.

Der größte menschliche Einfluss entsteht nicht durch Begegnungen, sondern durch Fischerei am Kontinentalrand. Eine möglichst genaue Beifangdokumentation kann aus einem unbeabsichtigten Fang wenigstens Daten gewinnen, ohne weitere Tiere gezielt entnehmen zu müssen.

Steckbrief

  • Erstbeschreibung:(Gilbert, 1892)
  • Max. Größe:0,69m
  • Tiefe:33 - 1306m
  • Max. Alter: Jahre
  • Max. Gewicht:kg
  • Wassertyp:Salzwasser
  • IUCN Status:Nicht gefährdet

Systematik

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