Großgefleckter Katzenhai - Scyliorhinus stellaris

Erkennungsmerkmale

Der Großgefleckte Katzenhai Scyliorhinus stellaris ist ein schlanker, aber kräftiger Katzenhai mit zwei weit hinten liegenden Rückenflossen, hellbrauner Grundfarbe und großen dunklen Flecken. Shark-References fasst die wichtigsten Diagnosemerkmale zusammen: kleine Nasenlappen, keine Nasalrinnen, deutliche Lippenfurchen am Unterkiefer und eine zweite Rückenflosse, die kleiner als die erste ist.

Die Art wird deutlich größer als der Kleingefleckte Katzenhai. Erwachsene Tiere können etwa 1,6 bis 1,7 Meter erreichen; junge und mittelgroße Tiere sind durch die grobe, unregelmäßige Fleckenzeichnung besonders gut zu erkennen.

Küsten, Schelf und Verbreitung

Der Großgefleckte Katzenhai lebt im Nordostatlantik und im Mittelmeer. FishBase führt Vorkommen von den Britischen Inseln und Südskandinavien über die Biskaya und die iberische Küste bis Nordwestafrika; im Mittelmeer ist die Art ebenfalls verbreitet, aber regional unterschiedlich häufig.

Großgefleckter Katzenhai Scyliorhinus stellaris Karte Verbreitung
Chris_huh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; converted to WebP

Typisch sind felsige, algenbewachsene und strukturreiche Böden, Seegras- und Kelpbereiche sowie Schelfhabitate von sehr flachem Wasser bis in mehrere hundert Meter Tiefe. Die Art bleibt meist bodennah und nutzt Spalten, Überhänge und bewachsene Flächen als Deckung.

Jagd und Fortpflanzung

Großgefleckte Katzenhaie sind vor allem dämmerungs- und nachtaktive Bodenräuber. Sie fressen Krebstiere, Weichtiere, Würmer, kleine Bodenfische und gelegentlich kleinere Haie. NatureScot beschreibt die Art als typischen Schelf- und Küstenbewohner mit enger Bindung an den Meeresboden.

Die Art ist eierlegend. Laut FishBase-Reproduktionsdaten entwickeln sich die Jungtiere in Eikapseln; diese werden mit Fäden an Algen, Seegras, Gorgonien oder anderen festen Strukturen befestigt. Dadurch sind intakte Bodenhabitate auch für die Fortpflanzung wichtig.

Warum Bestände unter Druck geraten

Die IUCN Red List bewertet Scyliorhinus stellaris global als gefährdet. Hauptprobleme sind Beifang und Anlandung in Küsten- und Schelffischereien, ungenaue Arttrennung in Fangdaten und die Belastung strukturreicher Bodenlebensräume.

Schutz bedeutet deshalb vor allem bessere Artbestimmung, vorsichtigere Grundfischerei, Schutz von Eiablagehabitaten und belastbares Monitoring. Lokal kann die Art vertraut wirken; über ihr gesamtes Verbreitungsgebiet bleibt sie trotzdem nicht beliebig belastbar.

Besonders wichtig sind Regionen, in denen Eikapseln an Algen, Seegras oder Gorgonien befestigt werden. Wird dieser Untergrund wiederholt beschädigt, trifft das nicht nur erwachsene Tiere im Fang, sondern auch die nächste Generation.

Begegnungen und Umgang

Für Menschen ist der Großgefleckte Katzenhai normalerweise harmlos. Der Shark Trust beschreibt ihn als Küstenhai, der von Tauchern und Schnorchlern in geeigneten Habitaten regelmäßig beobachtet werden kann.

MarLIN betont die Bindung an felsige, koralline und algenreiche Böden. Gute Begegnungen entstehen mit Abstand: Tiere nicht anfassen, nicht aus Spalten ziehen, Eikapseln nicht entfernen und bei deutlichen Abwehrsignalen zurückweichen.

Für Haitauchen ist die Art ein gutes Beispiel dafür, dass auch kleinere, ruhige Bodenhaie Aufmerksamkeit verdienen. Sie sind keine spektakulären Großräuber, zeigen aber klare Lebensraumansprüche, Fortpflanzungsplätze und Verhalten, das respektvolle Beobachtung braucht.

Steckbrief

  • Erstbeschreibung:(Linnaeus, 1758)
  • Max. Größe:1,70m
  • Tiefe:0 - 380m
  • Max. Alter:19 Jahre
  • Max. Gewicht:kg
  • Wassertyp:Salzwasser
  • IUCN Status:Gefährdet

Systematik

Newsletter

Shark alert in your inbox

Hai-Alarm im Postfach

Echte News statt Mythen!
- Alle 14 Tage neu -