Pazifischer Dornhai - Squalus suckleyi

Der Pazifische Dornhai Squalus suckleyi ist der nordpazifische Dornhai aus der Verwandtschaft der Hundshaie. Taxonomisch führt ihn WoRMS als gültige Art in den Selachii, innerhalb der Squalomorphi, Squaliformes, Squalidae und der Gattung Squalus. Lange wurde er mit dem Atlantischen Dornhai Squalus acanthias zusammengefasst; heute wird die nordpazifische Form als eigene Art behandelt.

Der Körper ist schlank, fest gebaut und deutlich länger als hoch. Typisch sind zwei Rückenflossen, vor denen jeweils ein kräftiger Dorn steht, sowie das Fehlen einer Afterflosse. Die Oberseite ist grau bis graubraun, oft mit hellen Flecken; die Unterseite ist heller. Diese Tarnung passt zu einem Hai, der nahe am Grund, aber auch in freien Wasserschichten jagt.

Erkennungsmerkmale

  • kurzer, rundlicher bis leicht zugespitzter Kopf mit mäßig großen Augen
  • zwei auffällige Rückenflossenstacheln, einer vor jeder Rückenflosse
  • schlanker Schwanzstiel und ungleichlappige Schwanzflosse
  • graue bis braune Oberseite mit hellen Flecken, helle Bauchseite
  • kleine, eng stehende Hautzähnchen, die dem Körper eine raue Oberfläche geben

Shark-References hebt für Squalus suckleyi unter anderem die schlanke Körperform, die kleinen Rückenflossen mit Stacheln und die besonderen Hautzähnchen hervor. Im Feld ist die Art für Nicht-Spezialisten trotzdem schwer von nahe verwandten Dornhaien zu unterscheiden; Fundort, Proportionen und fachliche Bestimmung bleiben wichtig.

Der Pazifische Dornhai lebt im nördlichen Pazifik. FishBase beschreibt ein Areal von den Küsten Koreas, Japans und Russlands über Beringmeer und Aleuten bis zum Golf von Alaska, British Columbia, Washington und weiter südlich bis Baja California. Für Haitauchen ist damit vor allem der kalte bis gemäßigte Pazifischer Ozean relevant, nicht tropische Riffgebiete.

Pazifischer Dornhai Squalus suckleyi Karte Verbreitung
IGTaylor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons; converted to WebP

Im westlichen Nordpazifik betrifft das Vorkommen Küstenräume um China, Japan, Nordkorea, Südkorea und Russland. Im östlichen Nordpazifik gehören Gewässer vor Kanada, den USA und Mexiko zum Verbreitungsbild. Die Art kann in Küstennähe erscheinen, nutzt aber auch Schelf- und obere Hangbereiche.

Tiefe, Temperatur und Lebensraum

Die Tiefenangaben reichen von sehr flachen Küstenbereichen bis in mehr als 1.000 Meter. Häufiger wird der Pazifische Dornhai jedoch in gemäßigt kalten Bereichen des Kontinentalschelfs und am oberen Kontinentalhang beobachtet. Jungtiere können in flachere Buchten und obere Wasserschichten geraten, während erwachsene Tiere oft in tieferen, bodennahen Bereichen zwischen etwa 50 und 200 Metern unterwegs sind.

Die Art ist marin, toleriert aber auch brackige Übergangsräume. Temperatur, Jahreszeit und Nahrungsverfügbarkeit beeinflussen lokale Bewegungen: Pazifische Dornhaie können in Gruppen auftreten, wandern aber auch in andere Tiefen oder Küstenabschnitte, wenn sich Bedingungen ändern.

Pazifische Dornhaie sind langlebige, langsam wachsende Räuber. NOAA Fisheries beschreibt sie als Tiere, die mehr als 80 Jahre alt werden können; Weibchen werden dort im Mittel erst mit etwa 35 Jahren geschlechtsreif, Männchen deutlich früher. Diese langsame Lebensgeschichte ist zentral, wenn man die Art biologisch und fischereilich einschätzen will.

Nahrung und Aktivität

Die Art jagt opportunistisch. Größere Fische gehören zu den wichtigsten Beutetieren, dazu kommen Tintenfische, Kraken, Krebstiere, Quallen, Rippenquallen und andere wirbellose Tiere. Pazifische Dornhaie können einzeln unterwegs sein, bilden aber auch Gruppen, besonders dort, wo Nahrung konzentriert auftritt.

Im Lebensraum pendelt die Art zwischen Bodennähe und freier Wassersäule. Junge Tiere halten sich häufiger in oberen Wasserschichten auf, erwachsene Tiere werden oft tiefer und näher am Grund angetroffen. Diese Flexibilität erklärt, warum die Art sowohl in küstennahen Beobachtungen als auch in Fischereidaten aus tieferen Schelfbereichen auftaucht.

Fortpflanzung

Wie andere Dornhaie ist Squalus suckleyi lebendgebärend. Die Embryonen entwickeln sich lange im Muttertier; die Tragezeit wird mit rund 18 bis 22 Monaten angegeben. Ein Wurf kann bis zu 22 Jungtiere umfassen, oft sind es weniger. Die Jungtiere kommen relativ groß zur Welt und nutzen flachere, geschütztere Bereiche stärker als viele erwachsene Tiere.

Die IUCN Red List bewertet den Pazifischen Dornhai derzeit global als nicht gefährdet (Least Concern). Das bedeutet aber nicht, dass die Art überall gleich gut abgesichert ist. Ihre späte Geschlechtsreife, lange Tragezeit und geringe Nachwuchsrate machen Bestände empfindlich, wenn Entnahme oder Beifang über längere Zeit hoch bleiben.

COSEWIC stufte den nordpazifischen Dornhai in Kanada als besonders besorgniserregend ein. Der Bericht betont die sehr langsame Fortpflanzung, die lange Generationszeit und Unsicherheiten bei Bestandstrends. Gerade diese Kombination aus Häufigkeit in manchen Gebieten und langsamer Erholung kann bei Haien zu trügerischer Sicherheit führen.

Fischerei und Beifang

Pazifische Dornhaie werden in Teilen ihres Verbreitungsgebietes direkt genutzt, geraten aber auch als Beifang in verschiedene Fischereien. Weil sie oft in Gruppen auftreten, können lokale Fänge schnell viele Tiere betreffen. Management muss deshalb regional arbeiten: Ein stabil wirkender Bestand an einer Küste sagt wenig über alle Teilbestände im Nordpazifik aus.

Schutzrelevant sind vor allem vorsichtige Fangmengen, gute Beifangdaten, schonendes Zurücksetzen lebender Tiere und die Berücksichtigung von Jungtier- und Reproduktionsbereichen. Für eine Art mit solch langsamer Lebensgeschichte ist frühes Gegensteuern deutlich leichter als spätes Wiederaufbauen übernutzter Bestände.

Für Menschen ist der Pazifische Dornhai kein typischer Risikohai. Er ist eher klein bis mittelgroß, lebt häufig kühl und tiefer und meidet den direkten Kontakt. Beim Tauchen oder Schnorcheln sind Begegnungen selten und meist ruhig, sofern Tiere nicht bedrängt, gefüttert oder festgehalten werden.

Vorsicht ist vor allem beim Umgang mit gefangenen oder gestrandeten Tieren nötig. Die Stacheln vor den Rückenflossen können schmerzhafte Verletzungen verursachen. Wer ein Tier aus Angelgerät befreit oder für Forschung vermisst, sollte Maul, Schwanz und Rückenstacheln respektieren und die Zeit außerhalb des Wassers möglichst kurz halten.

Beobachtung und Umgang

  • nicht anfassen, ziehen oder an den Rückenflossenstacheln manipulieren
  • bei Sichtungen Abstand halten und den Hai seinen Weg wählen lassen
  • gefangene Tiere nass, kühl und ohne unnötiges Heben behandeln
  • Beobachtungen mit Ort, Tiefe, Temperatur und Foto dokumentieren, ohne das Tier zu bedrängen

In der Öffentlichkeit wird der Pazifische Dornhai oft mit dem allgemeineren Namen Dornhai vermischt. Für seriöse Berichte ist die wissenschaftliche Bezeichnung wichtig: Squalus suckleyi meint die nordpazifische Art, während Squalus acanthias den Dornhai des Atlantiks und angrenzender Meere bezeichnet.

Steckbrief

  • Erstbeschreibung:(Girard, 1855)
  • Max. Größe:1,60m
  • Tiefe:15 - 1244m
  • Max. Alter:51 Jahre
  • Max. Gewicht:kg
  • Wassertyp:Salzwasser, Brackwasser
  • IUCN Status:Nicht gefährdet

Systematik

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