Schaufelnasen-Hammerhai - Sphyrna tiburo

Körperbau, Merkmale & Anatomie
Der Schaufelnasen-Hammerhai Sphyrna tiburo ist ein kleiner Vertreter der Hammerhaie. WoRMS führt den Namen als gültige Art; auf Haitauchen steht er innerhalb der Selachii, Galeomorphi, Carcharhiniformes, Sphyrnidae und der Gattung Sphyrna.
NOAA Fisheries beschreibt ihn als kleinsten Vertreter der Hammerhaifamilie. Weibchen werden im Schnitt größer als Männchen; als Obergrenze gelten etwa 1,5 m Gesamtlänge und rund 11 kg Gewicht. Die Oberseite ist grau, bräunlich oder grünlich, die Unterseite heller.
Wichtige Erkennungsmerkmale
Erkennbar ist vor allem der breit gerundete, schaufelförmige Kopf. Die Augen sitzen auf den seitlichen Kopflappen; erwachsene Weibchen haben einen gleichmäßigeren Kopf, während erwachsene Männchen mittig stärker gewölbt sein können. Größe, Kopfform und flaches Küstenhabitat gehören für eine sichere Bestimmung zusammen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Datensatz verknüpft Sphyrna tiburo mit Atlantischer Ozean, Golf von Mexico, Karibisches Meer und Pazifischer Ozean sowie mit Aruba, Bahamas, Belize, Bermuda, Bonaire, Brasilien, Costa Rica, Curaçao, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Guyana, Honduras, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru, Sint Eustatius und Saba, Surinam, Trinidad und Tobago, Uruguay, USA und Venezuela. Historisch wurde die Art breit von der US-Ostküste über den Golf von Mexiko und die Karibik bis Südamerika sowie im östlichen Pazifik geführt.
Eine 2024 im NOAA Repository archivierte Arbeit ordnet den westatlantischen Schaufelnasen-Hammerhai-Komplex neu. Danach ist Sphyrna tiburo im engeren Sinn besonders für die USA, Mexiko und die Bahamas belegt; Bestände von Belize bis Brasilien werden als Sphyrna alleni neu diskutiert.
Flache amerikanische Küsten
FishBase beschreibt die Art als Küsten- und Schelfhai warmer, flacher Gewässer, auch in Brackwasser, Buchten, Ästuaren und über Seegras. Für Taucher sind ruhige Sand-, Schlamm- und Seegrasflächen wahrscheinlicher als offene Hochseeplätze.
Lebensweise, Ernährung & Fortpflanzung
Der Schaufelnasen-Hammerhai Sphyrna tiburo sucht bodennah nach Nahrung. Er schwimmt oft in kleinen Gruppen über Seegras, Sand oder Schlamm und nutzt die breite Kopfpartie zum Suchen, Sehen und sensorischen Abtasten des Bodens.
NOAA InPort dokumentiert Nahrung aus der östlichen Golfregion: Krabben, Garnelen, Weichtiere und kleine Fische sind wichtig. Zusätzlich ist die Art für Seegrasaufnahme bekannt und gehört damit zu den wenigen Haien, bei denen pflanzliche Nahrung Teil der bekannten Ernährungsökologie ist.
Nahrung und Fortpflanzung
Die Art ist lebendgebärend. Weibchen bringen nach etwa fünf Monaten Tragzeit meist 4 bis 14 Jungtiere zur Welt, die bei der Geburt ungefähr 30 cm lang sind. Flache, warme Bereiche dienen dabei als wichtige Kinderstuben.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN Red List bewertet Sphyrna tiburo global als stark gefährdet. Entscheidend sind regionale Rückgänge, Beifang, gezielte Nutzung und die Frage, welche älteren Bestandsdaten nach der taxonomischen Aufteilung noch direkt zu dieser Art gehören.
CITES Sharks and Rays stellt die Art in den Kontext des internationalen Handelsmonitorings. Besonders problematisch sind küstennahe Netze, Schleppnetze, Langleinen und Freizeitfischerei, wenn kleine Hammerhaie regelmäßig gefangen oder falsch bestimmt werden.
Beifang, Handel und Habitat
Schutz bedeutet weniger Beifang in flachen Küstenhabitaten, bessere Artbestimmung in Anlandungen und Märkten sowie Erhalt von Seegraswiesen, Ästuaren und Buchten. Gerade eine klein wirkende Küstenart kann übersehen werden, bis lokale Rückgänge deutlich sind.
Schaufelnasen-Hammerhai & Mensch
Für Menschen gilt der Schaufelnasen-Hammerhai als harmlos und eher scheu. Seine Größe, Nahrung und Lebensweise passen nicht zum Bild eines gefährlichen Großhais; Begegnungen spielen sich meist in flachen Küstengewässern, Seegraswiesen oder Aquarienkontexten ab.
Florida Museum beschreibt ihn als häufigen inshore shark, der in Garnelenschleppnetzen, an Langleinen und von Freizeitanglern gefangen wird. Das Fleisch kann vermarktet werden, wirtschaftlich steht die Art aber eher für lokale Nutzung und Beifang.
Begegnungen und gute Praxis
Beim Tauchen langsam und seitlich nähern, keinen Fluchtweg blockieren und Tiere nicht für Fotos festhalten. Bei Angelfängen zählen nasse Hände, kurze Luftzeit und schnelles Zurücksetzen. Gute Fotos mit Ort, Datum und Habitat helfen außerdem, die taxonomisch schwierige Artengruppe sauber zu dokumentieren.
Steckbrief
- Erstbeschreibung:
- Max. Größe:
- Tiefe:
- Max. Alter:
- Max. Gewicht:
- Wassertyp:
- IUCN Status:
Systematik
- Reich:
- Stamm:
- Unterstamm:
- Infrastamm:
- Parvstamm:
- Klasse:
- Teilklasse:
- Überordnung:
- Ordnung:
- Familie:
- Gattung:


