Warzen-Teppichhai - Sutorectus tentaculatus

Der Warzen-Teppichhai Sutorectus tentaculatus ist ein kleiner, vergleichsweise schlanker Teppichhai. Sein Körper ist weniger stark abgeflacht als bei vielen größeren Wobbegongs, der Kopf bleibt jedoch breit und flach. Das Maul liegt weit vorn an der Kopfunterseite; kleine, spitze Zähne stehen in mehreren Reihen.

Über den Augen beginnen auffällige Reihen warzenartiger Hautknoten, die sich über den Rücken ziehen. Rund um Schnauze und Maul sitzen nur wenige, schmale Hautlappen. Die beiden Nasenbarteln sind einfach gebaut und nicht verzweigt. Diese Kombination aus Rückenhöckern und wenig ausgeprägtem Hautfransen-Besatz ist das wichtigste äußere Kennzeichen.

Färbung und Flossen

Die Oberseite ist gelblich braun bis graubraun und trägt unregelmäßige dunkle Sättel, Flecken und zahlreiche kleine schwarze Punkte. Die Zeichnung löst die Körperkontur auf felsigem oder bewachsenem Untergrund optisch auf. Die Unterseite ist deutlich heller und besitzt wesentlich weniger Zeichnung.

  • Breiter, flacher Kopf mit kleinen Augen und Spritzlöchern.
  • Einfache Nasenbarteln und wenige schmale Hautlappen am Kopf.
  • Mehrere Reihen deutlich tastbarer, warzenartiger Hautknoten auf dem Rücken.
  • Zwei ähnlich geformte Rückenflossen weit hinten am Körper.
  • Breite Brust- und Bauchflossen sowie eine asymmetrische Schwanzflosse.
  • Braune Tarnzeichnung aus dunklen Sätteln, Flecken und schwarzen Punkten.

Das Australian Museum gibt eine maximale dokumentierte Gesamtlänge von etwa 92 Zentimetern an. Damit bleibt die Art deutlich kleiner als der Gefleckte und der Gebänderte Teppichhai. Männchen werden ungefähr ab 65 Zentimetern geschlechtsreif; für Weibchen liegen weniger verlässliche Größenangaben vor.

Der Warzen-Teppichhai ist in Australien endemisch. Sein bekanntes Gebiet reicht von den Houtman-Abrolhos-Inseln und der mittleren Küste Western Australias südwärts um die Südwestküste bis in den Raum Adelaide und das östliche South Australia. Bestätigte Vorkommen außerhalb Australiens sind nicht bekannt.

Warzen-Teppichhai Sutorectus tentaculatus Karte Verbreitung
Chris_huh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; historical map from 2007, converted from PNG to WebP

Flache, strukturreiche Küstenhabitate

FishBase nennt einen Tiefenbereich von der Gezeitenzone bis mindestens 35 Meter. Die Art lebt auf dem inneren Kontinentalschelf und wird vor allem an Fels- und Korallenriffen, in Algen- und Tangbeständen sowie auf anderen dicht strukturierten Böden gefunden. Spalten, Überhänge und dichter Bewuchs bieten tagsüber Deckung.

Das Verbreitungsgebiet liegt in gemäßigten bis warmgemäßigten Küstengewässern. Der Hai ist kein Bewohner des freien Ozeans, sondern eng an bodennahe Lebensräume gebunden. Geeignete Mikrohabitate können innerhalb seines Areals fleckenhaft verteilt sein, sodass die Art nicht an jeder Küste gleich häufig auftritt.

Die Karte ist eine historische, schematische Darstellung aus dem Jahr 2007. Die rote Fläche zeigt das damals zusammengefasste Küstenareal und keine punktgenaue Funddatenbank. Sie darf daher weder als aktuelle Bestandskarte noch als Nachweis für ein durchgehend besiedeltes Gebiet gelesen werden.

Warzen-Teppichhaie sind bodenlebend und überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie reglos unter Felsvorsprüngen, zwischen Algen oder auf dem Riff. Ihre Zeichnung und die unregelmäßige Körperoberfläche lassen sie mit dem Untergrund verschmelzen. Nach Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiver und suchen bodennahe Beute.

Nahrung und Jagdweise

Direkte Mageninhaltsdaten sind selten. Als Lauerjäger erfasst die Art wahrscheinlich kleine bodenlebende Knochenfische und wirbellose Tiere, die in Reichweite des Mauls kommen. Ein schnelles Öffnen des Mauls erzeugt einen Sog, der Beute in die Mundhöhle zieht. Die großen Brustflossen dienen dabei nicht dem Festhalten, sondern stabilisieren den Körper am Boden.

Wie häufig einzelne Tiere ihren Ruheplatz wechseln, wie groß ihre Aktionsräume sind und ob es jahreszeitliche Wanderungen gibt, ist nicht ausreichend untersucht. Auch Aktivitätsmuster können von Wassertemperatur, Beuteangebot und Störungen abhängen. Viele Angaben beruhen bislang auf wenigen Fängen und einzelnen Beobachtungen.

Fortpflanzung

Nach Shark-References ist die Art aplazental lebendgebärend: Die Eier entwickeln sich im Mutterleib, wobei die Embryonen zunächst vom Dotter ernährt werden. Die Jungtiere kommen vollständig entwickelt zur Welt. Eine plazentale Verbindung zum Muttertier besteht nicht.

Belastbare Angaben zu Paarungszeit, Tragzeit, Wurfintervall und Geburtsgebieten fehlen. Auch die Wurfgröße ist nur unzureichend dokumentiert. Diese Wissenslücken sind für die Bestandsbewertung bedeutsam, weil sich ohne Fortpflanzungsrate nicht zuverlässig abschätzen lässt, wie schnell lokale Verluste ausgeglichen werden.

Die IUCN Red List führt den Warzen-Teppichhai als nicht gefährdet (Least Concern). Die Art besitzt ein begrenztes australisches Areal, gilt dort aber nicht als Ziel einer bedeutenden Fischerei. Ein dokumentierter Bestandsrückgang ist derzeit nicht bekannt.

Die australische Artenbewertung nennt vor allem unbeabsichtigten Beifang in grundnahen Stellnetzen und Langleinen. Wegen der geringen Körpergröße werden gefangene Tiere meist nicht vermarktet und häufig zurückgesetzt. Ob sie die Freilassung überleben, hängt von Fangdauer, Verletzungen und Handhabung an Bord ab.

Mögliche Belastungen

  • Beifang in demersalen Stellnetzen, Langleinen und anderen bodennahen Fanggeräten.
  • Verletzungen oder Stress durch unsachgemäße Handhabung und verzögerte Freilassung.
  • Lokaler Verlust von Felsriffen, Tangbeständen und anderen flachen Küstenhabitaten.
  • Geringe Datenmenge zu Häufigkeit, Fortpflanzung und langfristiger Bestandsentwicklung.
  • Klimabedingte Veränderungen gemäßigter Algen- und Riffgemeinschaften.

Ein großer Teil des Areals überschneidet sich mit Regionen, in denen Fischereiaufwand überwacht und teilweise räumlich begrenzt wird. Schutzgebiete können Rückzugsräume sichern, ersetzen jedoch keine artbezogene Erfassung. Wichtig sind standardisierte Beifangmeldungen mit Fangort, Tiefe, Länge, Geschlecht und Zustand bei der Freilassung.

Die Einstufung als nicht gefährdet ist deshalb kein Beleg für eine vollständig bekannte oder risikofreie Population. Bei einer endemischen Art können regionale Veränderungen einen großen Anteil des Gesamtbestands betreffen. Wiederholte Fischerei- und Riffmonitorings sind nötig, um Trends früh zu erkennen.

Warzen-Teppichhaie sind Menschen gegenüber gewöhnlich nicht aggressiv. Sie verlassen sich auf ihre Tarnung und bleiben tagsüber häufig bewegungslos liegen. Dadurch können Taucher, Schnorchler oder Watende ein Tier übersehen und ihm zu nahe kommen.

Wie andere Wobbegongs kann die Art sehr schnell nach vorn schnappen, wenn sie berührt, bedrängt oder am Fluchtweg gehindert wird. Die kleinen, spitzen Zähne können schmerzhafte Wunden verursachen. Ruhiges Verhalten ist kein Signal, dass ein Anfassen sicher wäre.

Verhalten bei einer Begegnung

  • Ausreichend Abstand halten und den Hai nicht berühren oder füttern.
  • Den möglichen Fluchtweg zum offenen Riff niemals blockieren.
  • Gute Tarierung halten und Hände nicht auf Felsen, Tang oder in Spalten abstützen.
  • Für Fotos weder Schwanz noch Flossen bewegen und das Tier nicht aufscheuchen.
  • Bei einem Biss nicht ruckartig ziehen, sondern professionelle medizinische Hilfe suchen.

Für Freizeitfischer gelten regionale Regeln. Die Fischereibehörde von South Australia führt Wobbegongs in South Australia unter gemeinsamen Fangbegrenzungen. Unabhängig von einer erlaubten Entnahme ist eine schnelle, schonende Freilassung für diese kleine, wenig genutzte Art die vorsichtigere Entscheidung.

Schonende Freilassung

Ein beigefangenes Tier sollte möglichst im Wasser bleiben. Ist ein Anheben unvermeidbar, muss der Körper vollständig gestützt werden; niemals darf der Hai allein an Schwanz, Kiemen oder Angelgerät getragen werden. Haken werden rasch entfernt oder die Schnur möglichst nah am Maul gekappt, wenn eine sichere Entfernung nicht gelingt.

Eine Sichtung mit Ort, Datum, Tiefe und Fotos kann Forschung und Bestandsüberwachung unterstützen. Dafür sollte das Tier nicht bewegt oder aus seinem Versteck gelockt werden. Gute Dokumentation ist dann besonders wertvoll, wenn sie ohne zusätzlichen Stress für den Hai entsteht.

Steckbrief

  • Erstbeschreibung:(Peters, 1864)
  • Max. Größe:0,92m
  • Tiefe:0 - 35m
  • Max. Alter: Jahre
  • Max. Gewicht:kg
  • Wassertyp:Salzwasser
  • IUCN Status:Nicht gefährdet

Systematik

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