{"id":4233,"date":"2025-08-16T02:03:15","date_gmt":"2025-08-16T00:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/haitauchen.com\/?p=4233"},"modified":"2026-06-23T10:37:56","modified_gmt":"2026-06-23T08:37:56","slug":"grosse-beute-grosser-energieschub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/haitauchen.com\/dev\/grosse-beute-grosser-energieschub\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Beute, gro\u00dfer Energieschub"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gro\u00dfe Hammerhai (Sphyrna mokarran) setzt beim Jagen auf das gro\u00dfe Risiko und auf den gro\u00dfen Nutzen. W\u00e4hrend viele <a href=\"https:\/\/haitauchen.com\/taxon\/selachii\/\" title=\"Selachii\">Haiarten<\/a> lieber kleinere, h\u00e4ufig vorkommende Beutetiere jagen, fokussiert sich der Gro\u00dfe Hammerhai gezielt auf gro\u00dfe Tiere &#8211; darunter auch andere Haie wie Schwarzspitzen. Neue Forschungsergebnisse, ver\u00f6ffentlicht in der Fachzeitschrift <em>Oecologia<\/em>, zeigen, dass diese Strategie energetische Vorteile bietet: Indem der Hammerhai gro\u00dfe Fische, Rochen oder andere Haie jagt, kann er seinen Energiebedarf deutlich effizienter decken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mathematik des \u00dcberlebens<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erin Spencer von der Florida International University, Hauptautorin der Studie, erkl\u00e4rt: Wenn der Gro\u00dfe Hammerhai w\u00e4hrend der Zeit, in der Schwarzspitzen zahlreich vorkommen, alle drei Wochen einen ganzen Schwarzspitzenhai frisst, hat er genug Energie, um auch Phasen niedriger Beutedichte &#8211; bis zu zwei Monate lang &#8211; zu \u00fcberstehen, ohne zu verhungern. Neu eingesetzte biologging-Technologie &#8211; einschlie\u00dflich Sensoren f\u00fcr Geschwindigkeit, Sonar und Video &#8211; erlaubte es den Forschenden, die Schwimmgeschwindigkeiten, den Stoffwechsel und Beutebegegnungen der Haie pr\u00e4zise zu erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Modell zeigt, dass ein etwa 110 kg schwerer Hammerhai nur alle drei Wochen einen ca. 25 kg schweren Schwarzspitzenhai ben\u00f6tigen w\u00fcrde, um seinen Energiebedarf zu decken. Im Gegensatz dazu m\u00fcsste er t\u00e4glich ein bis zwei etwa 1 kg leichte Riff-Fische fangen, um auf denselben Energielevel zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungen unter Energiezwang<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yannis Papastamatiou, Verhaltens\u00f6kologe an der Florida International University, bringt den Konflikt auf den Punkt: \u201eJagen wir gro\u00dfe, aber schwer fassbare Beute &#8211; mit hohem Nutzen? Oder nehmen wir jedes Beutetier, das sich bietet?\u201c Die Studie gibt wichtige Einblicke, warum der Gro\u00dfe Hammerhai bevorzugt gr\u00f6\u00dfere Beutetiere wie Haie oder Rochen jagt &#8211; energieeffizienter und effektiver.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schutzstrategie f\u00fcr den bedrohten J\u00e4ger<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie ist nicht nur wissenschaftlich wegweisend, sondern auch ein Schutzbaustein f\u00fcr die Art. Der Gro\u00dfe Hammerhai ist laut IUCN global stark gef\u00e4hrdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Nur wenn wir ihre biologischen Bed\u00fcrfnisse und bevorzugten Jagdgebiete verstehen, k\u00f6nnen wir wirksame Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ihren Erhalt entwickeln. Au\u00dferdem demonstriert die Studie, wie leistungsf\u00e4hig moderne biologging- und Modellierungstechniken sind, gerade bei schwer beobachtbaren Meeresriesen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Biologische Hintergr\u00fcnde zur Jagdstrategie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der markant geformte Kopf, das sogenannte Cephalofoil, verleiht dem Gro\u00dfen Hammerhai besondere Vorteile: eine nahezu runde Sicht, besonders genaue Tiefenwahrnehmung und ein erweitertes elektromagnetisches Sinnesfeld durch die Lorenzinischen Ampullen. Damit kann er versteckte Beutetiere wie im Sand vergrabene Rochen pr\u00e4zise orten. Diese Sinne erm\u00f6glichen nicht nur die gezielte Jagd auf gro\u00dfe Beute, sondern erh\u00f6hen auch die Effizienz bei der Nahrungsaufnahme &#8211; ein weiterer Baustein, der das Modell des optimalen Nahrungserwerbs best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gro\u00dfe Hammerhai (Sphyrna mokarran) setzt beim Jagen auf das gro\u00dfe Risiko und auf den gro\u00dfen Nutzen. W\u00e4hrend viele Haiarten lieber kleinere, h\u00e4ufig vorkommende Beutetiere jagen, fokussiert sich der Gro\u00dfe Hammerhai gezielt auf gro\u00dfe Tiere &#8211; darunter auch andere Haie wie Schwarzspitzen. 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