Vor der Küste von Jupiter im US-Bundesstaat Florida haben Angler im Februar 2026 einen nahezu vollständig weißen Schwarzspitzenriffhai gefangen und nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Die ungewöhnliche Färbung ist bei Haien extrem selten und wird in Berichten als möglicher Fall von Albinismus oder Leuzismus (Leucism) eingeordnet.
Was genau passiert ist
Laut den veröffentlichten Berichten wurde der auffällig helle Hai beim Angeln vor Jupiter an der Atlantikküste Floridas gefangen. Bilder und kurze Clips zeigen ein Tier, das im Vergleich zur typischen graubraunen Färbung dieser Art fast komplett weiß wirkt. Der Hai wurde nach dem Fang wieder ins Meer zurückgesetzt.
Albinismus oder Leuzismus: Wo liegt der Unterschied?
Bei auffallend hell gefärbten Tieren werden meist zwei Ursachen diskutiert. Albinismus bezeichnet einen weitgehenden oder vollständigen Mangel an Melanin, der typischerweise auch die Augenpigmente betrifft. Leuzismus hingegen führt zu einer deutlichen Reduktion der Pigmentierung in Haut und Gewebe, während die Augen häufig normal gefärbt bleiben. In der Praxis ist eine eindeutige Einordnung ohne genaue Untersuchung (z. B. Augenfarbe, genetische Tests) oft nicht möglich.
Warum eine weiße Färbung für den Hai ein Nachteil sein kann
Eine stark reduzierte Pigmentierung kann die Tarnung beeinträchtigen. Für einen Küstenräuber, der häufig in klareren, lichtdurchfluteten Bereichen jagt, kann auffällige Färbung bedeuten, dass Beutetiere ihn früher erkennen. Außerdem kann weniger Pigment theoretisch mit höherer Lichtempfindlichkeit einhergehen. Welche Folgen das im konkreten Fall hat, lässt sich ohne Untersuchung des einzelnen Tieres nicht seriös beurteilen.
Seltenes Naturphänomen, aber kein „neuer“ Hai
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer seltenen Farbvariante und einer neuen oder „anderen“ Haiart: Es handelt sich um einen Schwarzspitzenriffhai, bei dem sehr wahrscheinlich eine seltene Pigmentstörung vorliegt. Solche Fälle werden bei verschiedenen Fisch- und Knorpelfischarten gelegentlich dokumentiert, bleiben aber Ausnahmen.
Schutz und Umgang: Warum das Zurücksetzen entscheidend ist
Berichte zufolge wurde der Hai nach dem Fang wieder freigelassen. Das ist bei ungewöhnlichen Tieren besonders relevant, weil sie wissenschaftlich interessant sein können und ihr Verlust einen seltenen Datensatz kosten würde. Unabhängig davon gilt: Schonendes Handling, kurze Drillzeit, möglichst wenig Kontakt an Bord und eine zügige Rückkehr ins Wasser senken Belastung und Verletzungsrisiken bei Haien deutlich.


