Das Vereinigte Königreich hat einen wichtigen Schritt im internationalen Meeresschutz vollzogen: Das Gesetz zur Umsetzung des Abkommens über die Biodiversität jenseits nationaler Hoheitsgebiete (BBNJ) hat die königliche Zustimmung („Royal Assent“) erhalten. Damit kann das Land das UN-Hochseeabkommen ratifizieren und national umsetzen.
Vom politischen Bekenntnis zur Umsetzung
Das BBNJ-Abkommen wurde im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS) verabschiedet und zielt auf den Schutz sowie die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt in Gebieten außerhalb nationaler Zuständigkeit ab, also auf der Hohen See. Diese Bereiche machen rund zwei Drittel der Weltmeere aus, waren bislang jedoch nur unzureichend international geregelt.
Mit der nun erteilten Royal Assent verfügt das Vereinigte Königreich über die gesetzliche Grundlage, zentrale Elemente des Abkommens umzusetzen. Dazu gehören unter anderem die Ausweisung von Meeresschutzgebieten in internationalen Gewässern, verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfungen für bestimmte Aktivitäten sowie Regelungen zum Zugang zu marinen genetischen Ressourcen.
Stärkung der globalen Meerespolitik
Das Gesetz unterstreicht das britische Engagement für das internationale Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen, auch bekannt als „30×30“-Ziel. Durch die Umsetzung des BBNJ-Rahmens kann das Vereinigte Königreich aktiv an internationalen Entscheidungsprozessen zum Schutz der Hohen See teilnehmen.
Ökosysteme außerhalb nationaler Hoheitsgebiete stehen zunehmend unter Druck, unter anderem durch Überfischung, Klimawandel, Umweltverschmutzung und neue Nutzungsformen wie den Tiefseebergbau. Das neue Gesetz soll internationale Zusammenarbeit stärken, nachhaltige Bewirtschaftung fördern und bestehende Regulierungslücken schließen.
Internationale Zusammenarbeit entscheidend
Die Wirksamkeit des BBNJ-Abkommens hängt maßgeblich von einer breiten Ratifizierung und koordinierten Umsetzung durch möglichst viele Staaten ab. Mit dem Inkrafttreten nationaler Umsetzungsgesetze soll das Abkommen künftig eine zentrale Rolle in der globalen Meeresgovernance spielen.
Die britische Regierung bezeichnet die Royal Assent des BBNJ-Gesetzes als wichtigen Schritt vom politischen Versprechen hin zu konkretem Handeln – mit dem Ziel, marine Ökosysteme langfristig zu schützen und die biologische Vielfalt der Ozeane für kommende Generationen zu bewahren.

