Im US-Bundesstaat Washington muss sich ein Angler wegen des mutmaßlich wiederholten Fangs geschützter Haie verantworten. Wie KIRO 7 berichtet, soll der Mann am Fox Island Fishing Pier im südlichen Puget Sound Stumpfnasen-Sechskiemerhaie und Breitnasen-Siebenkiemerhaie gezielt gefangen, aus dem Wasser gezogen und für Fotos und Videos festgehalten haben.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDie Staatsanwaltschaft wirft ihm neun Fälle unerlaubter Freizeitfischerei zweiten Grades sowie eine falsche Aussage gegenüber einem Amtsträger vor. Der Beschuldigte und sein Anwalt äußerten sich gegenüber dem Sender nicht. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.
Videos führten die Ermittler zum Angler
Nach Angaben der Ermittler zeigten Beiträge in sozialen Medien unter anderem einen am Kopf festgehaltenen Hai, ein am Schwanz aus dem Wasser gezogenes Tier und einen durch die Luft getragenen Hai. In einem weiteren Beitrag war ein Jugendlicher mit einem Hai zu sehen. Die Ermittler identifizierten den Jugendlichen und befragten ihn sowie seinen Vater zu den mutmaßlichen Fangmethoden.
Ein Beamter kehrte später zum Pier zurück und beobachtete nach eigener Aussage, wie die Gruppe einen Sechskiemerhai fing. Der Beschuldigte soll das Tier aus dem Wasser gezogen, mit ihm gerungen und anschließend für ein Foto posiert haben. Die Ermittlungen und die Vorbereitung der Anklage dauerten laut KIRO 7 mehrere Monate.
Fang von Sechs- und Siebenkiemern ist verboten
Washington verbietet in allen Meeresgebieten das gezielte Angeln auf sowie das Behalten oder den Besitz von Sechskiemer-, Siebenkiemer- und Fuchshaien. Ein Sechskiemerhai darf zudem nicht aus dem Wasser genommen werden. Das geht aus den geltenden Fischereiregeln für 2026 hervor.
Die Regeln sollen verhindern, dass die Tiere durch Haken, lange Drillzeiten oder unsachgemäße Handhabung verletzt werden. Auch wenn ein geschützter Hai unbeabsichtigt anbeißt, muss er deshalb im Wasser bleiben und so schonend und schnell wie möglich freigelassen werden.
Puget Sound ist ein wichtiges Aufwuchsgebiet
Der Washington Department of Fish and Wildlife zufolge ziehen weibliche Stumpfnasen-Sechskiemerhaie im Puget Sound zur Geburt in flachere Gewässer. Jungtiere zeigen dort eine hohe Standorttreue. Gleichzeitig wachsen Sechskiemerhaie langsam, haben lange Generationszeiten und bringen vergleichsweise wenige Nachkommen hervor.
Die Behörde befürchtet daher, dass die dokumentierte Belastung besonders trächtige Tiere getroffen haben könnte. WDFW erklärte gegenüber KIRO 7, die Traumata könnten zum Verlust von Nachwuchs geführt haben. Ob dies bei einzelnen Tieren tatsächlich geschah, lässt sich aus den öffentlich bekannten Angaben jedoch nicht unabhängig bestätigen.
Ein Fall mit Signalwirkung
Der Fall macht deutlich, warum Schutzregeln nicht mit dem Zurückwerfen eines Tieres enden. Das Herausziehen, Tragen und Fixieren großer Haie kann erheblichen Stress verursachen und erschwert eine schnelle, schonende Freilassung. Fotos und Videos aus sozialen Medien können zugleich zu wichtigen Beweismitteln werden.
Für Angler bedeutet das: Vor dem Fischen müssen nicht nur Fanglimits und Schonzeiten, sondern auch die Regeln für geschützte Beifänge bekannt sein. Gerade in einem sensiblen Lebensraum wie dem Puget Sound kann der richtige Umgang mit einem unbeabsichtigt gehakten Hai über dessen Überleben entscheiden.



