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Costa Rica dominiert weltweiten Export von Seidenhai-Produkten

CITES prüft Costa Ricas Handel mit Seidenhai-Produkten. Eine internationale Exportsperre ist nicht beschlossen; die frühere nationale Eilsperre wurde 2025 aufgehoben.

Ronny K23. Juli 2026
Seidenhai Carcharhinus falciformis vor schwarzem Hintergrund
Marc Taquet, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Dieser Artikel erschien am 23. Juli 2026 und wurde am 21. Oktober 2026 aktualisiert.

Update vom 21. Oktober 2026

Der Handel Costa Ricas mit Produkten des Seidenhais wurde für eine Prüfung des bedeutenden Handels im Rahmen von CITES ausgewählt. Wie Mongabay unter Berufung auf eine Auskunft des CITES-Sekretariats berichtet, wollte das Sekretariat Costa Rica offiziell informieren und Nachweise anfordern, dass die Exporte dem Überleben der Art nicht schaden. Für die Antwort sind 60 Tage vorgesehen. Die Auswahl für die Prüfung ist noch keine Feststellung, dass der Handel nicht nachhaltig ist.

Der CITES-Tierausschuss soll die Daten im Juni 2027 bewerten. Falls er Zweifel an der Nachhaltigkeit sieht, kann er Schutz- und Managementmaßnahmen empfehlen. Eine Aussetzung des internationalen Handels käme erst bei weiterer Nichtumsetzung in Betracht; sie ist derzeit nicht beschlossen.

Davon zu unterscheiden ist das nationale Gerichtsverfahren: Die im September 2025 angeordnete vorläufige Exportsperre für Seiden- und Fuchshaie wurde nach dem Sitzungsprotokoll der Fischereibehörde INCOPESCA im Oktober 2025 wieder aufgehoben. Ob es danach weitere gerichtliche Entscheidungen gab, ließ sich aus den geprüften Unterlagen nicht klären.

Costa Rica war zwischen 2020 und 2024 der mit Abstand wichtigste gemeldete Exporteur von Produkten des Seidenhais. Nach einer von CREMA veröffentlichten Auswertung entfielen 81,8 Prozent der weltweiten direkten Bruttoexporte auf das mittelamerikanische Land.

Die zugrunde liegenden Handelsdaten stammen aus der Datenbank des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES. Ausgewertet wurden die Jahre 2020 bis 2024. Mit deutlichem Abstand folgten Sri Lanka mit 7,9 Prozent und Indonesien mit 2,6 Prozent.

Was die Zahl von 81,8 Prozent bedeutet

Der Prozentwert bezeichnet direkte Bruttoexporte unterschiedlicher Produkte des Seidenhais, nicht 81,8 Prozent aller weltweit gefangenen Seidenhaie. Verglichen wurden die Mengenangaben der Export- und Importländer. Wichen beide Seiten voneinander ab, floss jeweils der höhere Wert in die Auswertung ein. Reexporte wurden nicht berücksichtigt.

Die globale Bilanz erfasste 2.335,4 Tonnen Fleisch und rund 1.020,5 Tonnen Flossen. Hinzu kamen als Körper gemeldete Produkte. Der Bericht schlüsselt jedoch nicht auf, welche konkrete Tonnage innerhalb dieser Produktgruppen Costa Rica zuzurechnen ist. Zudem waren die Angaben für 2024 noch unvollständig: Zum Zeitpunkt der Analyse lagen erst 67 Prozent der Jahresberichte vor.

Seidenhaie dürfen nur kontrolliert gehandelt werden

Der Seidenhai wird in der verwendeten Bewertung als gefährdet und mit abnehmendem Populationstrend geführt. Seit 2016 steht die Art in Anhang II von CITES. Internationaler Handel ist damit nicht grundsätzlich verboten, benötigt aber Genehmigungen und darf den Fortbestand der Art in freier Wildbahn nicht gefährden.

Dafür muss die zuständige wissenschaftliche Behörde vor einer Ausfuhr ein sogenanntes Unbedenklichkeitsgutachten erstellen. Dieses Non-Detriment Finding soll wissenschaftlich belegen, dass die genehmigte Entnahme nachhaltig ist. Genau an dieser Grundlage entzündet sich nun Kritik.

Naturschutzorganisationen verlangen internationale Prüfung

CREMA und Marine Watch International sehen in den Exportmengen und den Bedingungen ihrer Genehmigung Gründe für eine Überprüfung durch CITES. Randall Arauz von Marine Watch International verweist auf steigende Exportquoten, Unterschiede zwischen Anlande- und Exportdaten sowie einen hohen Anteil unreifer Tiere in den Fängen.

Eine mögliche Folge wäre eine sogenannte Überprüfung des bedeutenden Handels. In diesem Verfahren kann CITES untersuchen, ob ein Land die Anforderungen für Arten des Anhangs II erfüllt. Im äußersten Fall könnte der internationale Handel ausgesetzt werden, bis Costa Rica belastbar nachweist, dass die Entnahme den Bestand nicht gefährdet.

Behörde hält Exporte für nachhaltig

Die costa-ricanische Fischereibehörde Incopesca vertritt dagegen die Position, die Exporte seien nachhaltig und erfüllten die Bedingungen des vorhandenen Unbedenklichkeitsgutachtens. CREMA stellt zusätzlich infrage, ob die Genehmigungen mit dem nationalen Wildtierschutzrecht vereinbar sind.

Damit geht es nicht allein um die Rangfolge der Exportländer. Der Fall berührt die grundlegende Frage, wie belastbar Handelsquoten für eine bedrohte, langsam wachsende Haiart begründet werden und ob Fang-, Anlande- und Exportdaten lückenlos zusammenpassen.

Transparenz entscheidet über die Aussagekraft

Wie Delfino.cr in seiner Einordnung hervorhebt, erlaubt der Prozentwert allein keine Berechnung der von Costa Rica exportierten Tonnage. Für eine fachliche Bewertung sind daher die vollständigen Datensätze, die verwendeten Umrechnungen und die wissenschaftliche Begründung der Exportquoten entscheidend.

Die außergewöhnlich hohe Konzentration auf ein einziges Exportland macht eine solche Prüfung besonders relevant. Sie muss klären, ob die gemeldeten Mengen mit den Schutzvorgaben von CITES und den biologischen Grenzen der Seidenhai-Populationen vereinbar sind.

Erwähnte Arten

Seidenhai carcharhinus falciformis im blauwasser

Seidenhai

Quellen

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