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Taucher filmt seltenen Sechskiemerhai bei Parksville – Kanada

Bei Madrona Point vor Vancouver Island hat Carl Sorensen einen Stumpfnasen-Sechskiemerhai aus wenigen Metern Entfernung gefilmt. Der Tiefseehai berührte seine Kamera, blieb etwa drei Minuten – und zog ruhig in tieferes Wasser.

Ronny K25. August 2026
Nahaufnahme eines Stumpfnasen-Sechskiemerhais vor Vancouver Island in Kanada
Stumpfnasen-Sechskiemerhai vor Vancouver Island. Screenshot: Scuba BC, aus dem YouTube-Video.

Eigentlich suchte Carl Sorensen bei einem Solo-Tauchgang vor Vancouver Island nach Kraken. Dann tauchte wenige Meter vor ihm ein Tier auf, das er bei rund 1.200 Tauchgängen in der Region noch nie gesehen hatte: ein großer Stumpfnasen-Sechskiemerhai. Global News und NanaimoNewsNOW berichten über die seltene Begegnung am Tauchplatz Madrona Point nahe Parksville.

Plötzlich kam der Hai mit offenem Maul näher

Sorensen bemerkte den Hai in etwa anderthalb Metern Entfernung. Das Tier schwamm mit geöffnetem Maul auf ihn zu. Der Taucher erschrak zunächst und schrie nach eigener Schilderung in seinen Atemregler, schaltete dann aber sofort seine Kamera ein. Der Hai kam so nahe, dass er die Kameraausrüstung berührte.

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Statt schnell weiterzuziehen, blieb der Sechskiemerhai ungefähr drei Minuten in Sorensens Nähe. Anschließend bewegte er sich zurück in tieferes Wasser. Für den erfahrenen Taucher war es eine Premiere: Obwohl er nach eigenen Angaben rund 1.200 Tauchgänge rund um Vancouver Island absolviert hat, hatte er zuvor noch nie einen Stumpfnasen-Sechskiemerhai gesehen.

Langsam, ruhig und ohne erkennbare Aggression

Das geöffnete Maul wirkte im ersten Moment bedrohlich. Sorensen bewertete das Verhalten jedoch nicht als Angriff. Er beschrieb den Hai als langsam, sanft und sehr gleichmäßig schwimmend. Auch nachdem das Tier seine Kamera berührt hatte, setzte es seinen ruhigen Weg fort.

Der Ausdruck „sanfter Riese“ fasst den Eindruck des Tauchers zusammen, ist aber keine allgemeine Verhaltensgarantie. Wie bei jeder Begegnung mit einem großen Wildtier gilt: Abstand halten, den Fluchtweg nicht versperren und dem Tier die Entscheidung über Nähe und Dauer der Begegnung überlassen.

Warum die Sichtung in Tauchtiefe ungewöhnlich ist

Der Stumpfnasen-Sechskiemerhai (Hexanchus griseus) ist eine große Tiefseeart. Er kommt auch in den Gewässern vor British Columbia vor, hält sich jedoch häufig deutlich unter den üblichen Tiefen des Sporttauchens auf. Sichtungen im flacheren Bereich sind deshalb selten, obwohl die Art im nordöstlichen Pazifik keineswegs unbekannt ist.

Die Art lässt sich unter anderem an sechs Kiemenspalten, einer einzigen weit hinten sitzenden Rückenflosse und dem breiten, stumpfen Kopf erkennen. Große Weibchen können mehrere Meter lang werden. Ihr Tiefenbereich reicht von küstennahen Zonen bis in etwa 2.000 Meter Tiefe – doch ein möglicher Lebensraum ist nicht automatisch ein Ort, an dem Taucher die Tiere regelmäßig antreffen.

Was den Hai ins flachere Wasser brachte, bleibt offen

Sorensen vermutete, dass Fortpflanzung, eine bevorstehende Geburt oder die Nahrungssuche den Hai in die Nähe des Tauchplatzes gebracht haben könnten. In dem Gebiet leben viele Kraken, die auch zum Beutespektrum großer Sechskiemerhaie gehören können. Für keine dieser Erklärungen gibt es aus der kurzen Beobachtung jedoch einen Beleg.

Die Aufnahme dokumentiert deshalb vor allem eines: eine ungewöhnliche Begegnung mit einer normalerweise schwer zugänglichen Tiefseeart. Sie ist kein Hinweis auf einen plötzlichen Bestandsanstieg und kein Warnsignal für Badende oder Taucher. Für Sorensen dürfte sie dennoch lange unerreicht bleiben – in mehr als tausend Tauchgängen war ihm ein solcher Sechskiemerhai zuvor nie begegnet.

Quellen

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