11 Walhaie bei Luftzählung über Atlantik-Schutzgebiet

Bei einem Forschungsflug über das Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument wurden mehr als 2.000 Tiere gezählt, darunter elf Walhaie. Die Erhebung ist keine Bestandsschätzung.

Sharky29. August 2026
Walhai aus der Luft im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument
Walhai aus der Luft im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument. Foto: New England Aquarium.

Bei einem Forschungsflug über das Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument im Atlantischen Ozean haben Beobachter des New England Aquarium am 16. August 2026 mehr als 2.000 Meerestiere dokumentiert. Nach der Mitteilung des Aquariums gehörten dazu elf Walhaie.

Das Team erfasste 15 Arten. Allein rund 1.800 der beobachteten Tiere waren Delfine aus vier Arten. Hinzu kamen unter anderem ein Pottwal, ein Buckelwal und ein gefährdetes Finnwal-Weibchen mit Kalb. Neben den Walhaien sahen die Forschenden Mantarochen, weitere Teufelsrochen und Hammerhaie. Einen gefährdeten Blauwal sowie eine kleine Gruppe Finnwale dokumentierten sie knapp außerhalb der Schutzgebietsgrenze.

Gemeine Delfine aus der Luft im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument
Gemeine Delfine aus der Luft im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument. Foto: New England Aquarium.

Eine Luftzählung ist keine Bestandsschätzung

Die Zahl von mehr als 2.000 Tieren beschreibt alle Sichtungen während eines einzelnen Forschungsflugs. Sie sagt nicht, dass so viele Tiere dauerhaft im Schutzgebiet leben, und sie ist keine Schätzung der dortigen Bestände. Gruppen können mehrfach schwer voneinander zu trennen sein; Sichtbarkeit, Wetter, Flugroute und Aufenthaltsdauer der Tiere beeinflussen außerdem, was aus der Luft erfasst wird.

Bei einem früheren Flug am 13. Juli 2026 hatte das Aquarium knapp 650 Tiere gezählt, darunter mehr als 600 Delfine, vier Pottwale, 23 Grindwale und einen Walhai. Der höhere Augustwert belegt ohne standardisierten Vergleich keinen kurzfristigen Bestandsanstieg. Er zeigt vielmehr, wie stark die sichtbare Tierzahl zwischen einzelnen Erhebungen schwanken kann.

Warme Strömung trifft auf produktive Tiefsee

Das fast 13.000 Quadratkilometer große Gebiet liegt rund 210 Kilometer südöstlich von Cape Cod. Vier Unterwasserberge und drei tiefe Canyons treffen dort auf den Rand des Kontinentalschelfs. Nach Einschätzung des Forschungsteams folgten Walhaie und Mantarochen warmem Wasser des Golfstroms, während Wale in produktiven Bereichen Nahrung fanden. Die Beobachtungen sind deshalb nicht mit einer Ansammlung direkt vor den Badestränden von Nantucket oder Cape Cod gleichzusetzen.

Mantarochen aus der Luft im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument
Mantarochen aus der Luft im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument. Foto: New England Aquarium.

Eine 2022 veröffentlichte Langzeitanalyse stützt die ökologische Bedeutung des Gebiets. Sie wertete 189.175 Sichtungen aus den Jahren 1979 bis 2020 aus und verglich die Canyon-Einheit mit 500 gleich großen Flächen entlang der US-Ostküste. Bei der Artenzahl der Meeressäuger lag die Einheit unter den besten 1,8 Prozent; auch andere Diversitätsmaße ordneten sie in die Spitzengruppe ein.

Kommerzielle Fischerei ist seit 2026 wieder erlaubt

Das Schutzgebiet wurde 2016 ausgewiesen. Im Februar 2026 hob Präsident Donald Trump das generelle Verbot kommerzieller Fischerei innerhalb seiner Grenzen auf; die Fischereiregeln wurden im April angepasst. Nach der Übersicht von NOAA Fisheries gelten weiterhin andere Beschränkungen. Rund 82 Prozent der Monumentfläche überschneiden sich mit einem Schutzgebiet, in dem bodenberührendes Fanggerät weitgehend verboten ist. Pelagische Fischerei und die Fischerei auf hoch wandernde Arten sind jedoch im gesamten Monument wieder zulässig.

Der aktuelle Forschungsflug misst keine Folgen dieser Regeländerung. Aus den vielen Sichtungen lässt sich weder ableiten, dass die Öffnung bereits Schäden verursacht hat, noch dass sie ohne Risiko bleibt. Die Zählung liefert vielmehr eine neue Momentaufnahme der Artenvielfalt, die künftige Erhebungen mit Fischereidaten und standardisierten Flugserien vergleichen können.

Für den Schutz großer wandernder Tiere ist zudem entscheidend, dass sie die Grenzen des Monuments regelmäßig überqueren. Der Blauwal und die Finnwale außerhalb des Gebiets machen diese räumliche Grenze sichtbar. Maßnahmen in den USA müssen deshalb das Schutzgebiet, angrenzende Routen und die dort zugelassenen Nutzungen gemeinsam betrachten.

Finnwal-Mutter mit Kalb und ein weiterer Finnwal im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument
Finnwal-Mutter mit Kalb und ein weiterer Finnwal im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument. Foto: New England Aquarium.

Erwähnte Arten

Walhai rhincodon typus

Walhai

Quellen

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