Die Gemeinde Tabango auf der philippinischen Insel Leyte will Kimud Shoal stärker als eigenes Tauchziel entwickeln. Wie die Philippine News Agency berichtet, soll der für Begegnungen mit Pazifischen Fuchshaien bekannte Unterwasserberg zu einem festen Bestandteil der touristischen Identität Tabangos werden.
Bislang wird Kimud Shoal vor allem von Tauchbasen auf Malapascua in Cebu angefahren. Bürgermeisterin Ma. Corazon Remandaban will deshalb die Wahrnehmung korrigieren, der Tauchplatz gehöre touristisch in erster Linie zu Malapascua. Nach ihrer Darstellung profitierten dortige Anbieter über Jahre von den Tauchausfahrten, während Umweltgebühren zuvor vollständig an die Gemeinde Daanbantayan flossen.
Kommunalverordnung verbindet Schutzgebiet und Tourismus
Die rechtliche Grundlage wurde bereits 2025 vorbereitet. In einer Sitzungsagenda des Provinzrats von Leyte ist die Kommunalverordnung 2025-07 aufgeführt. Sie erklärt Kimud Shoal zum Meeresschutzgebiet sowie zum ausgewiesenen Wasser- und Ökotourismusgebiet, bezeichnet es als Schutzstätte der Fuchshaie und sieht Regeln für Management, Erhaltung, nachhaltige Nutzung, Tourismusbetrieb und Gebühren vor.
Laut PNA wurde das Schutzgebiet am 6. Februar 2026 formell eingerichtet. Tabango schuf außerdem eine eigene Kimud Shoal Operations Unit, die den Tourismus überwachen, Aktivitäten regulieren und das Gebiet kontrollieren soll. Für Patrouillen wurden eine motorisierte Auslegerbanca, ein Schlauchboot und ein Schnellboot beschafft.
Damit verbindet die Gemeinde zwei Ziele, die sich gegenseitig stützen müssen: Einnahmen aus dem Tauchtourismus sollen stärker vor Ort ankommen, während verbindliche Regeln den ökologisch sensiblen Platz schützen. Eine Ausweisung auf dem Papier reicht dafür nicht aus. Entscheidend sind nachvollziehbare Gebühren, wirksame Kontrollen und klare Grenzen für den Betrieb im Wasser.
Warum Fuchshaie nach Kimud Shoal kommen
Kimud Shoal ist eine Putzerstation für den Pazifischen Fuchshai (Alopias pelagicus). Die Hochseehaie steigen aus tieferem Wasser zum flacheren Riffdach auf. Dort entfernen kleine Putzerfische Parasiten und abgestorbenes Gewebe von Haut und Kiemen. Dieses wiederkehrende Verhalten macht Beobachtungen in Sporttauchtiefe möglich.
Gerade diese Vorhersagbarkeit macht die Tiere zugleich wirtschaftlich wertvoll und ökologisch verletzlich. Eine bereits veröffentlichte Untersuchung zur Population in der Zentralen Visayas-See kam zu dem Ergebnis, dass schon eine jährliche Fischereisterblichkeit von 5,3 Prozent einen starken Rückgang auslösen könnte. Der Verlust von lediglich 15 bis 18 Weibchen pro Jahr würde dem Modell zufolge einen Abwärtstrend einleiten.
Mehr Zugang bedeutet mehr Verantwortung
Tabango möchte nicht nur die Vermarktung, sondern auch den Zugang verändern. Die Gemeinde sucht Unterstützung der Philippine Ports Authority für bessere Hafenanlagen. Größere touristische Schiffe sollen künftig direkt in Tabango anlegen können. Konkrete Zusagen, Bauzeiten oder Finanzierung nennt die Meldung bislang jedoch nicht.
Ein direkterer Zugang von Leyte kann Einnahmen in der Gemeinde schaffen und Zuständigkeiten klarer machen. Gleichzeitig könnten mehr Boote und Taucher den Druck auf die Putzerstation erhöhen. Die verfügbaren Quellen nennen keine konkreten Besucherobergrenzen, Tauchfenster oder Gebührensätze. Diese Details werden darüber entscheiden, ob Schutzstatus und Tourismusstrategie in der Praxis zusammenpassen.
Kimud Shoal wird durch die Initiative weder geografisch verlagert noch verliert Malapascua automatisch seine Rolle als etablierter Ausgangspunkt. Neu ist der Anspruch Tabangos, Schutz, Kontrolle, Gebühren und touristische Wertschöpfung stärker unter eigener Verantwortung zu bündeln. Ob daraus ein dauerhaft tragfähiges Fuchshai-Tauchziel entsteht, hängt deshalb vor allem von der Umsetzung der Schutzregeln ab.


