Lachshai - Lamna ditropis

Der Lachshai Lamna ditropis, auch Pazifischer Heringshai oder Salmon Shark genannt, ist ein kräftiger Makrelenhai aus den Lamniformes. Auf Haitauchen steht er innerhalb der Selachii, Galeomorphi, Lamnidae und der Gattung Lamna.

FishBase beschreibt die Art als spindelförmigen, pelagisch-ozeanodromen Hai des Nordpazifiks. Die Standardangaben nennen bis etwa 3,05 m Gesamtlänge, rund 175 kg Höchstgewicht und eine häufigere Länge um 1,8 m.

Wichtige Erkennungsmerkmale

Wichtige Merkmale sind die einheitlich dunkle erste Rückenflosse ohne hellen freien Hinterrand, ein dunkel blau-grauer bis schwarzer Rücken, eine helle Bauchseite mit dunklen Flecken und die kräftige halbmondförmige Schwanzflosse mit großem und kleinem Kiel.

Die Art wird im Nordpazifik gelegentlich mit jungen Weißen Haien verwechselt. Für Fotos sind Rückenflossenfarbe, Bauchflecken, kurze Schnauze und Schwanzkiele die besten Hinweise.

Der Lachshai ist ein Nordpazifik-Hai. Florida Museum beschreibt ihn vom Japanischen Meer und Ochotskischen Meer über das Beringmeer bis zur nordamerikanischen Pazifikküste; im aktuellen Haitauchen-Rahmen ist die Art mit China, Japan, Kanada, Mexiko, Nordkorea, Russland, Taiwan und USA verknüpft.

Typisch sind kühle bis kalt-gemäßigte, produktive Wassermassen. Die Art nutzt kontinentale Schelf- und Offshore-Bereiche, kann aber auch küstennah bis in sehr flaches Wasser erscheinen.

Kühle Nordpazifik-Gewässer

NOAA Repository enthält Bewegungsdaten, die zeigen, dass Lachshaie ihre Nutzung von Schelf, offener See und Küstenbereichen saisonal verändern. Viele Bewegungen folgen Beute und Temperatur, und Alters- oder Geschlechtsgruppen können räumlich getrennt auftreten.

Für Taucher ist das wichtig: Der Lachshai ist kein klassischer Riffhai und kein verlässliches Tauchziel. Begegnungen sind eher in produktiven, kühlen Nordpazifik-Gewässern möglich.

Lachshaie sind schnelle, aktive Räuber. Sie jagen vor allem Fische und treten einzeln, in Schulen oder in Fressaggregationen auf. Der deutsche Name hängt mit der starken Verbindung zu nordpazifischen Lachsbeständen zusammen.

Alaska Department of Fish and Game hebt die Fähigkeit hervor, die Körpertemperatur über der Wassertemperatur zu halten. Diese regionale Endothermie ist typisch für Lamnidae und macht den Lachshai in kaltem Wasser leistungsfähig.

Endothermie und Fortpflanzung

Die Art ist aplazental lebendgebärend. Die Embryonen entwickeln sich im Muttertier und ernähren sich nach Verbrauch des Dotters von weiteren Eiern, also oophag. FishBase nennt bis zu vier Jungtiere pro Wurf.

Jungtiere und Erwachsene können unterschiedliche Bereiche nutzen, und erwachsene Tiere wandern teils weiter nach Norden. Für Bestandsschätzungen ist diese räumliche Trennung wichtig.

Seltenes Kratzverhalten auf offenem Meer

Eine 2023 veröffentlichte Beobachtungsstudie dokumentiert zwei Lachshaie im Nordostpazifik, die treibende Objekte als Kratzflächen nutzten. 2019 rieb sich ein etwa zwei Meter langes Männchen wiederholt an einem von Seepocken bewachsenen Baumstamm; 2021 nutzte ein weiteres Tier ein Stück Fiberglas. Das Verhalten war schnell und kraftvoll und wiederholte sich über mehr als 20 Minuten ungefähr alle 15 Sekunden. Die Forschenden vermuten, dass die Tiere Hautreizungen linderten oder Ektoparasiten entfernten; diese Erklärung ist plausibel, aber nicht direkt bewiesen.

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Mehr Informationen

Originalaufnahmen von zwei Lachshaien beim Kratzen an einem treibenden Baumstamm beziehungsweise einem Stück Fiberglas. Video: Shelton und Cherisse Du Preez.

IUCN Red List stuft Lamna ditropis global als nicht gefährdet ein. Das heißt nicht, dass Fangdruck irrelevant ist, sondern dass die globale Bewertung derzeit nicht auf eine bedrohte Kategorie kommt.

Die Art wird als Beifang und in kleineren kommerziellen Nutzungen gefangen. Sie ist außerdem Sportfisch; Fleisch, Flossen, Haut und Leber können je nach Region und Markt genutzt werden.

Fischerei und regionale Überwachung

Mit sehr niedriger Wurfzahl kann lokaler Dauerdruck langsam ausgeglichen werden. Schutz und Management brauchen deshalb gute Fangdaten, saubere Artbestimmung und Aufmerksamkeit für regionale Bestände.

Für Menschen ist der Lachshai kein typischer Konflikthai, aber er ist ein großer, schneller Räuber. In den Fachquellen gilt er als potenziell gefährlich, wurde aber nie oder nur selten mit Angriffen auf Menschen in Verbindung gebracht.

Praktisch wichtiger als Angriffsszenarien ist der Umgang in Fischerei, Forschung und seltenen Begegnungen auf See. Ein gefangener oder bedrängter Lachshai kann durch Größe, Schwanzschläge und Zähne gefährlich werden.

Beobachtung und Einordnung

Sichtungen sollten mit Foto, Ort, Datum, Temperatur und Verhalten dokumentiert werden. Bei Weiße-Hai-Verdacht helfen dunkle erste Rückenflosse und Bauchflecken als Lachshai-Hinweise.

Für Haitauchen steht Lamna ditropis für die kühlen, schnellen Makrelenhaie des Nordpazifiks: ökologisch spannend, für Taucher selten vorhersehbar und besser über Wissen als über Dramatisierung zu erzählen.

Steckbrief

  • Erstbeschreibung:Hubbs & Follett, 1947
  • Max. Größe:3,05m
  • Tiefe:0 - 1m
  • Max. Alter:13.0-13.8 Jahre
  • Max. Gewicht:175kg
  • Wassertyp:Salzwasser
  • IUCN Status:Nicht gefährdet

Systematik

  • Reich: Animalia
  • Stamm: Chordata
  • Unterstamm: Vertebrata
  • Infrastamm: Gnathostomata
  • Parvstamm: Chondrichthyes
  • Klasse: Elasmobranchii
  • Teilklasse:
  • Überordnung:
  • Ordnung:
  • Familie:
  • Gattung:

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