Sägerücken-Engelhai - Squatina aculeata

Der Sägerücken-Engelhai Squatina aculeata ist ein groß werdender Engelhai mit stark abgeflachtem Vorderkörper und weit ausladenden Brustflossen. WoRMS führt die Art als akzeptierten Namen innerhalb der Squatiniformes, der Familie Squatinidae und der Gattung Squatina. Die rochenähnliche Silhouette ist daher kein Rochenmerkmal, sondern die spezialisierte Körperform eines bodennah lauernden Hais.

Typisch sind die auf dem Kopf und entlang des Rückens sitzenden Dornen, auf die auch der deutsche Name verweist. Die Augen und Spritzlöcher liegen oben am Kopf, während Maul und Kiemen so angeordnet sind, dass der Hai halb eingegraben am Boden atmen und überraschend nach vorne schnappen kann.

  • FishBase nennt eine Maximallänge von etwa 188 cm und ein veröffentlichtes Höchstgewicht von rund 40 kg.
  • Der Körper ist breit, flach und auf Tarnung am Sedimentboden ausgelegt.
  • Zwei kleine Rückenflossen sitzen weit hinten am Körper; eine Afterflosse fehlt wie bei anderen Engelhaien.
  • Die großen Brust- und Bauchflossen bilden eine breite Kontur, bleiben aber vom Kopf getrennt.

Der Sägerücken-Engelhai ist ein atlantisch-mediterraner Bodenhai. Shark-References fasst die bekannte Verbreitung im östlichen Atlantik und im westlichen Mittelmeer zusammen: historische und heutige Nachweise reichen von der Mittelmeerregion über Nordwestafrika bis in Teile Westafrikas.

Sägerücken-Engelhai Squatina aculeata Karte Verbreitung
Chris_huh, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; converted to WebP

Für die Haitauchen-Länderverknüpfungen sind vor allem Mittelmeer- und Ostatlantikstaaten wie Italien, Malta, Tunesien, die Türkei und Senegal relevant. Die Art wird heute nur noch selten gemeldet; einzelne moderne Nachweise sind deshalb besonders wichtig, weil sie Restvorkommen und mögliche Schwerpunktgebiete sichtbar machen.

Der Lebensraum liegt meist auf sandigen oder schlammigen Böden des Schelfs und oberen Kontinentalhangs. Die im Artprofil hinterlegte Tiefenspanne von etwa 30 bis 500 m passt zu diesem bodennahen Profil, auch wenn einzelne Mittelmeerfunde deutlich flacher lagen.

Wie andere Engelhaie ist Squatina aculeata kein ausdauernder Freiwasserjäger, sondern ein ruhiger Ansitzräuber. Die Studie in Marine Biodiversity 2026 beschreibt einen modernen Fund aus Ostsizilien und bestätigt die Art über Morphologie und COI-DNA; der Mageninhalt bestand dort aus Knochenfischen.

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Die Jagdstrategie ist eng an den Körperbau gekoppelt: Der Hai liegt getarnt im Sediment, wartet auf bodennah schwimmende Beute und nutzt kurze, schnelle Vorstöße. In älteren Katalogdaten werden kleine Haie und Stachelmakrelen als Nahrung genannt; moderne Einzelbefunde zeigen vor allem bodennahe Fische.

Fortpflanzungsdaten bleiben lückenhaft. Der NOAA-Fünfjahresreview 2025 ordnet die Art als lebendgebärend mit Dottersackversorgung der Embryonen ein und diskutiert die Gewässer zwischen Sizilien und Malta sowie Teile des nordöstlichen Mittelmeers als mögliche Fortpflanzungs- oder Aufwuchsbereiche, weil dort Jungtiere oder trächtige Weibchen gemeldet wurden.

Die IUCN Red List stuft den Sägerücken-Engelhai weltweit als vom Aussterben bedroht ein. Entscheidend sind starke historische Rückgänge, die Seltenheit aktueller Nachweise und die fortlaufende Belastung durch bodennahe Fischerei in genau den Lebensräumen, in denen Engelhaie jagen und ruhen.

Hauptgefährdungen

  • Beifang in Grundschleppnetzen, Stellnetzen, Langleinen und Trammelnetzen.
  • Anlandung oder Weiterverwendung gefangener Tiere als Nahrung, Köder oder Handelsware.
  • Verwechslung mit anderen Engelhaien, wodurch Nachweise, Kontrollen und Schutzmaßnahmen unscharf werden.
  • Lebensraumverlust und Störung von Schelf- und Hanghabitaten durch intensive Nutzung.
  • Langsame Fortpflanzung, wodurch sich Restbestände nur sehr langsam erholen.

Für Schutz und Monitoring ist deshalb jede belastbare Meldung wertvoll. Besonders wichtig sind genaue Fundorte, Fanggeräte, Wassertiefe, Freilassung oder Anlandung und eine saubere fotografische Dokumentation.

Für Taucher ist der Sägerücken-Engelhai eher eine seltene Schutzart als ein planbares Begegnungstier. Die Art ist in den USA nach dem Endangered Species Act als gefährdet gelistet; das Profil des U.S. Fish & Wildlife Service führt sie entsprechend als endangered wherever found. Begegnungen sollten daher ruhig, kurz und ohne Berührung ablaufen.

Ein ruhender Engelhai darf nicht angefasst, freigelegt oder für Fotos aus dem Sediment gedrängt werden. Gute Beobachtungspraxis bedeutet Abstand halten, keine Fluchtreaktion erzwingen und bei zufälligen Sichtungen Datum, Ort, Tiefe und Fotos an lokale Schutz- oder Forschungsstellen weiterzugeben.

Gegenüber Menschen gilt die Art nicht als aggressiv. Das Risiko entsteht fast immer umgekehrt: durch Fanggeräte, Störung am Meeresboden und die geringe Bestandsgröße. Wer einem Sägerücken-Engelhai begegnet, sieht wahrscheinlich ein Tier aus einem der bedrohtesten Haikomplexe Europas und Westafrikas.

Steckbrief

  • Erstbeschreibung:Cuvier, 1829
  • Max. Größe:1,88m
  • Tiefe:30 - 500m
  • Max. Alter:15 Jahre
  • Max. Gewicht:40kg
  • Wassertyp:Salzwasser
  • IUCN Status:Vom Aussterben bedroht

Systematik

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