Catania: Großaugen-Fuchshai verendet als Beifang

Ein adulter Großaugen-Fuchshai geriet im Golf von Ognina vor Catania in ein Fischernetz und wurde tot geborgen. Fachleute korrigierten die erste Fehlbestimmung als Weißer Hai.

Sharky30. August 2026
Kopf eines Großaugen-Fuchshais (Alopias superciliosus) in einem Fischernetz
Kopf eines Großaugen-Fuchshais (Alopias superciliosus) in einem Fischernetz. Bild: Screenshot aus einem von Fischern verbreiteten Video / Kodami (Fanpage.it)

Im Golf von Ognina vor Catania ist ein adulter Großaugen-Fuchshai (Alopias superciliosus) als Beifang verendet. Nach einem Bericht des italienischen Tierportals Kodami geriet das Tier in das Netz von Fischern und wurde bereits tot an die Oberfläche gebracht. Aufnahmen des ungewöhnlichen Fangs verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken.

Das Video sorgte zunächst für Aufregung, weil der Hai als Weißer Hai bezeichnet wurde. Der Haiexperte Alessandro De Maddalena widersprach dieser Bestimmung. Auch Francesco Tiralongo, Ichthyologe an der Universität Catania, ordnete das Tier als Großaugen-Fuchshai ein. Die Bestimmung stützt sich auf die in den Aufnahmen sichtbaren Körpermerkmale; eine Untersuchung des Tieres wird in dem Bericht nicht beschrieben.

Große Augen statt Weißer Hai

Der Blickwinkel im Video verdeckte offenbar einen Teil des wichtigsten Merkmals: Bei Fuchshaien ist der obere Lappen der Schwanzflosse außergewöhnlich lang und kann nahezu die Länge des übrigen Körpers erreichen. Die Tiere setzen diese Schwanzflosse ein, um Schwarmfische mit schnellen Schlägen zu betäuben. Beim Großaugen-Fuchshai kommen die namensgebenden großen Augen und eine markante Furche am Kopf hinzu.

Diese Merkmale passen nicht zu einem Weißen Hai. Die anfängliche Fehlbestimmung zeigt, wie vorsichtig einzelne Handy- oder Videoaufnahmen beurteilt werden müssen, wenn Flossen verdeckt sind und eine verlässliche Größenreferenz fehlt.

Pelagische Art kommt auch vor Sizilien vor

Großaugen-Fuchshaie leben überwiegend im offenen Meer und nutzen auch große Tiefen. Gelegentlich nähern sie sich jedoch der Küste. Tiralongo zufolge wird die Art vor allem im Südosten Siziliens regelmäßig nachgewiesen und kann dort sogar häufiger auftreten als der Gemeine Fuchshai (Alopias vulpinus).

Für Badegäste ergibt sich aus dem Fang kein konkretes Warnsignal. Tiralongo erklärte, dass aus dem Mittelmeer keine Angriffe dieser Art auf Menschen bekannt seien. Großaugen-Fuchshaie jagen Fische und Kopffüßer; Menschen gehören nicht zu ihrem Beutespektrum.

Beifang trifft eine gefährdete Art

Die Art ist besonders anfällig für Fischereidruck. In der globalen Roten Liste der IUCN wird der Großaugen-Fuchshai als gefährdet eingestuft, in der regionalen Bewertung für das Mittelmeer als stark gefährdet. Wie andere große Haie wächst er vergleichsweise langsam und bringt nur wenige Jungtiere hervor. Verluste durch unbeabsichtigten Fang können Populationen deshalb über lange Zeit belasten.

Der Schutzrahmen ist eindeutig: Die für 2026 geltende EU-Verordnung verbietet die gezielte Fischerei auf Fuchshaie der Gattung Alopias. Beim Großaugen-Fuchshai dürfen außerdem weder Teile noch ganze Kadaver an Bord behalten, umgeladen oder angelandet werden. Aus der Meldung geht allerdings nicht hervor, was nach den Videoaufnahmen mit dem Kadaver geschah oder ob Behörden den Vorgang prüften.

Erwähnte Arten

Großaugen-Fuchshai (Alopias superciliosus) in vollständiger Seitenansicht

Großaugen-Fuchshai

Quellen

Newsletter

Shark alert in your inbox

Hai-Alarm im Postfach

Echte News statt Mythen!
- Alle 14 Tage neu -