Ein Sandtigerhai liefert einen Hinweis darauf, wie die Tiere die japanischen Ogasawara-Inseln nutzen: Ein bei Chichijima markiertes Exemplar wurde an einem Empfänger bei Yomejima registriert, rund 50 Kilometer entfernt. Darüber berichtet die Yomiuri Shimbun in einer am 13. September 2026 veröffentlichten Reportage.
Ein Empfänger am Meeresboden liefert den Nachweis
Das Team aus Forschern von Universitäten und Aquarien sowie örtlichen Unterstützern war im Juni auf den Inseln unterwegs. Am 7. Juni beobachteten die Taucher am Tauchplatz „Maguro-ana“ bei Yomejima drei Sandtigerhaie. Sie bargen außerdem einen Empfänger, der ein Jahr zuvor am Meeresboden installiert worden war.
Die Auswertung an Bord zeigte: Das Gerät hatte einen Hai erfasst, der 2023 bei Chichijima einen Sender erhalten hatte. Der Nachweis verbindet damit zwei Aufenthaltsorte desselben Tieres. Welche Strecke es dazwischen genau schwamm und wie lange es dafür brauchte, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Taucher helfen, einzelne Haie wiederzuerkennen
Hinter der Arbeit steht eine längerfristige Zusammenarbeit. Die Ogasawara-Sandtigerhai-Forschungsgruppe beschreibt auf ihrer Projektseite, wie Aquarien, Wissenschaftler und Tauchbetriebe gemeinsam Daten sammeln. Die Organisation wurde im Februar 2024 gegründet; Untersuchungen hatten bereits zuvor begonnen.
Neben Sendern helfen Fotos bei der Forschung: Die Flecken an den Körperseiten unterscheiden sich von Tier zu Tier und ermöglichen es, einzelne Sandtigerhaie wiederzuerkennen. Dafür bittet die Gruppe auch Taucher um ihre Aufnahmen.
Lebensräume verstehen, Schutz vorbereiten
Die Projektgruppe will klären, wo sich die Haie aufhalten und wie sie sich bewegen. Solche Informationen sollen die Grundlage für ihren Schutz verbessern. Der jetzt gemeldete Fund eines Sendersignals ergänzt dieses Bild um einen konkreten Ortswechsel. Eine genaue Wanderroute oder eine Bestandszahl lässt sich daraus noch nicht ableiten.


