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Weiße Haie nutzen die Riffe der Flower Garden Banks

Senderdaten belegen neun Weiße Haie im Gebiet der Flower Garden Banks. Fünf wurden innerhalb des Schutzgebiets registriert; einzelne Tiere kehrten wieder.

Ronny K24. Oktober 2026
Weißer Hai schwimmt knapp unter der Meeresoberfläche

Weiße Haie besuchen die Riffe am äußeren Kontinentalschelf im nordwestlichen Golf von Mexiko. Eine neue Studie dokumentiert neun markierte Tiere im Gebiet des Flower Garden Banks National Marine Sanctuary und an benachbarten Riffen. Fünf dieser Haie wurden innerhalb des Schutzgebiets registriert. Die Nachweise stammen aus den Jahren 2022 bis 2025 und zeigen, wie weit die Wanderungen der Art reichen.

Empfänger erfassen Besucher, die Kameras übersehen

Die Forschenden nutzten ein Netz aus akustischen Empfängern an natürlichen Riffbänken und künstlichen Strukturen wie Wracks und Plattformen. Die Geräte erkennen die Signale zuvor markierter Haie, sobald diese in Reichweite kommen. So lassen sich Besuche auch dann erfassen, wenn niemand das Tier sieht. Die Studie liefert die ersten dokumentierten Nachweise Weißer Haie innerhalb dieses Schutzgebiets – keinen weltweiten Erstnachweis der Art an Korallenriffen.

Die neun Tiere waren zuvor vor Massachusetts und South Carolina markiert worden. Es handelte sich um sechs Weibchen und drei Männchen. Insgesamt wurden sie an 14 Standorten nachgewiesen. Innerhalb des Schutzgebiets verteilten sich die Registrierungen auf sieben Riffbänke; weitere Nachweise kamen von natürlichen und künstlichen Riffen außerhalb seiner Grenzen.

Einzelne Tiere kehrten in mehreren Jahren zurück

Die Registrierungen lagen zwischen Januar und August. An einem einzelnen Empfänger blieben die Tiere jeweils nicht länger als einen Tag nachweisbar. Das spricht dafür, dass die Riffkette auch als Durchzugsraum dienen könnte. Es beweist jedoch weder eine lückenlose Route noch, dass die Tiere dort nicht nach Nahrung suchten.

Ein Weibchen wurde in zwei aufeinanderfolgenden Sommern erneut im Untersuchungsgebiet registriert, ein Männchen in drei aufeinanderfolgenden Frühjahren. Für dieses Männchen beschreiben die Autoren eine wiederholte Wanderung zwischen dem Sankt-Lorenz-Golf und den Flower Garden Banks. Die jährliche Hin- und Rückstrecke beträgt demnach mindestens 9.200 Kilometer. Diese Zahl ist keine geradlinige Entfernung zwischen Markierungsort und Riff und gilt nicht für alle neun Tiere.

Ein erster Nachweis bedeutet nicht die erste Ankunft

Die Ergebnisse erweitern das Wissen über die saisonale Nutzung des Golfs. Sie zeigen aber nicht, dass Weiße Haie erst seit 2022 hier vorkommen. Die neuen Nachweise wurden durch das ausgebaute Empfängernetz möglich. Eine Zunahme des Bestands oder eine klimabedingte Verlagerung lässt sich aus diesen neun Tieren allein nicht ableiten.

Auch warum die Haie die Riffe aufsuchen, bleibt offen. Nahrungsangebote und die Lage entlang möglicher Wanderrouten sind plausible Erklärungen, keine direkt beobachteten Jagderfolge. Akustische Empfänger erfassen nur markierte Tiere in ihrer jeweiligen Reichweite. Die Studie ist deshalb ein Nachweis von Anwesenheit und wiederholter Nutzung, keine Zählung aller Weißen Haie in der Region.

Wie unterschiedlich Haie denselben Riffverbund nutzen können, zeigt eine andere, bereits vorgestellte Untersuchung zu Seiden- und Sandbankhaien. Zusammen machen solche Arbeiten deutlich, warum beim Schutz mobiler Arten auch die Verbindungen zwischen Riffen und benachbarten Lebensräumen wichtig sind.

Quellen

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