Maine: Hai zieht Rettungsschwimmer an Boje unter Wasser

Am Scarborough Beach State Park packte ein Hai die Rettungsboje des 71-jährigen Greg Wilfert und zog ihn rund 1,5 Meter unter Wasser. Wilfert löste den Gurt und blieb unverletzt.

Sharky8. August 2026
Rettungsschwimmer Greg Wilfert spricht am Scarborough Beach in ein Funkgerät
Greg Wilfert arbeitet seit 55 Jahren als Rettungsschwimmer am Scarborough Beach State Park. Bild: WMTW / New York Post.

Am Scarborough Beach State Park im US-Bundesstaat Maine ist der 71-jährige Rettungsschwimmer Greg Wilfert am Samstag, dem 8. August 2026, von einem Hai unter Wasser gezogen worden. Wie die New York Post berichtet, schwamm Wilfert mit weiteren Rettungsschwimmern nahe den Markierungsbojen, als er plötzlich nach unten gerissen wurde.

Entscheidend für die Einordnung: Der Hai biss nach den vorliegenden Berichten nicht den Mann, sondern die mit einem Gurt an seinem Körper befestigte Rettungsboje. Wilfert konnte sich lösen, zur Oberfläche schwimmen und unverletzt an den Strand zurückkehren.

Vom vermeintlichen Bootssog zur Flucht ans Ufer

Wilfert hielt den plötzlichen Zug zunächst für die Wirkung eines vorbeifahrenden Bootes oder dessen Propellers. Erst unter Wasser wurde ihm klar, dass kein Boot in unmittelbarer Nähe war. Nach seiner Schilderung wurde er etwa fünf bis sechs Fuß tief gezogen – ungefähr 1,5 bis 1,8 Meter.

Der Rettungsschwimmer zog den Gurt der Boje ab, tauchte auf und schwamm so schnell wie möglich zurück. Ein Zeuge berichtete der Polizei laut Lokalmedien, die Rettungsboje sei kurz darauf aus dem Wasser geschossen. Dieser beobachtete Ablauf stützt Wilferts Schilderung, erlaubt aber keine sichere Bestimmung der Haiart.

Wilfert arbeitet seit 55 Jahren am Scarborough Beach State Park und ist dort Parkmanager und Rettungsschwimmer. Eine vergleichbare Begegnung habe er in dieser langen Zeit noch nicht erlebt. Gegenüber lokalen Medien beschrieb er den Vorfall als beängstigend.

Strand für eine Stunde geschlossen

Nach Angaben von WGME ließ Wilfert den Badebereich sofort räumen. Der Strand blieb ungefähr eine Stunde für Schwimmer geschlossen. Danach suchten Drohnen die Wasseroberfläche ab, während zwei Rettungsschwimmer mit einem Wassermotorrad den Bereich kontrollierten.

Auch nach der Wiederöffnung verstärkte das Team die Beobachtung. Drohnen sollten regelmäßig aufsteigen, zusätzlich patrouillierten Rettungskräfte auf dem Wasser. Wilfert kündigte an, vorerst nicht mehr entlang der Bojen zu schwimmen.

Weißer Hai vermutet, aber nicht bestätigt

Wilfert vermutet einen Weißen Hai. In den Tagen vor dem Vorfall waren vor Pine Point, Scarborough Beach und Higgins Beach mehrere Haie gemeldet worden, darunter Weiße Haie. Die Polizei erklärte, der geschilderte Ablauf passe zu der jüngsten Haiaktivität in der Region; ein Fachmann des New England Aquarium hielt die Umstände laut Medienberichten ebenfalls für plausibel.

Eine direkte Identifizierung des beteiligten Tieres ist damit jedoch nicht belegt. Aus den Berichten geht weder eine Aufnahme des Kontakts noch eine forensische Untersuchung der Boje hervor, die den Hai zweifelsfrei einer Art zuordnet. Auch die Annahme, das Tier habe die gelbe Boje mit einem Beutefisch verwechselt, bleibt eine plausible Interpretation und kein nachgewiesenes Motiv.

Große Haie gehören zum Ökosystem des Atlantischen Ozean vor Maine. Im Umfeld des Strandes wurden zur selben Zeit viele Köderfische und Streifenbarsche beobachtet. Solche Beuteansammlungen können Raubfische küstennah führen, sagen für sich allein aber nichts über eine konkrete Gefährdung von Menschen aus.

Nahbegegnung ohne Bissverletzung

Der Unterschied zwischen einem Biss in Ausrüstung und einem Biss in einen Menschen ist für die sachliche Einordnung wichtig. Dokumentiert ist hier eine gefährliche Nahbegegnung, bei der der Zug an einer befestigten Rettungsboje den Schwimmer unter Wasser brachte. Eine Verletzung oder direkter Körperkontakt mit dem Hai wurde nicht gemeldet.

Der Fall sollte deshalb nicht ohne diesen Zusatz als bestätigter Hai-Biss am Menschen dargestellt werden. In den Angriffsdaten wird er als fraglicher, nicht tödlicher Vorfall beim Schwimmen geführt: Der Kontakt mit der Ausrüstung ist glaubhaft beschrieben, die Art bleibt unbestätigt und der Mensch wurde nicht gebissen.

Für Badegäste in Maine und anderen Küstenregionen der USA gilt vor allem, Hinweise der Rettungsschwimmer, zeitweilige Sperrungen und lokale Warnstufen zu beachten. Der Vorfall zeigt zugleich, dass an den Körper gebundene Ausrüstung bei einer unerwarteten Belastung selbst zum Risiko werden kann – Wilfert konnte sich retten, weil er den Gurt schnell löste.

Quellen

Newsletter

Shark alert in your inbox

Hai-Alarm im Postfach

Echte News statt Mythen!
- Alle 14 Tage neu -