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Warum die Fangprämie für Grönlandhaie gestoppt wurde

Avannaata wollte eine Prämie für getötete Grönlandhaie zahlen. Der Plan scheiterte an der Rechtsgrundlage; der Konflikt mit der Fischerei bleibt.

Ronny K8. Oktober 2026
Ein gefangener Grönlandhai liegt auf einem Kai vor einem Kind und einem Schiff.
Historische Aufnahme eines gefangenen Grönlandhais; kein Foto der geplanten Fangprämienaktion von 2026. Super Bomba, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0. Zugeschnitten und in WebP umgewandelt.

In der nordwestgrönländischen Kommune Avannaata sollte eine Fangprämie helfen, die Zahl der Grönlandhaie (Somniosus microcephalus) zu verringern. Doch das Vorhaben wurde nicht umgesetzt: Wie Sermitsiaq bereits am 5. April 2026 berichtete, fehlte der Kommune dafür die gesetzliche Grundlage. Die Absage liegt damit Monate zurück.

300 Kronen für ein Haiherz

Der ursprüngliche Plan sah 300 dänische Kronen pro abgegebenem Haiherz vor, mit einer Zielgröße von 1.000 Tieren. Die Sitzungsunterlagen vom 13. Februar dokumentieren, wie die Prämie im Beratungsverlauf von zunächst 100 auf 300 Kronen angehoben wurde. Der Gemeinderat beschloss, die Maßnahme aus dem Konto für Schädlingsbekämpfung zu finanzieren.

Hinter dem Vorschlag standen Beschwerden über Beeinträchtigungen der Fischerei. In der Vorlage wird auf frühere Prämienmodelle verwiesen und das Ziel genannt, die Belastung für Fischer zu verringern. Aus einer politischen Zielzahl lässt sich allerdings weder die Größe des lokalen Haibestands noch eine bereits erfolgte Tötung von 1.000 Tieren ableiten.

Die Kommune durfte den Plan nicht umsetzen

Laut Sermitsiaq geht die spätere Absage aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 27. März hervor. Ein Mitarbeiter des Ministeriums für Fischerei, Fang, Landwirtschaft und Selbstversorgung hatte nach der Rechtsgrundlage gefragt. Die kommunale Verwaltung erklärte daraufhin, der Gemeinderat könne keine direkte Jagd auf die Art beschließen; die Entscheidung werde deshalb nicht ausgeführt.

Das ist eine Aussage über dieses kommunale Prämienmodell. Daraus folgt kein allgemeines Fangverbot für Grönlandhaie und auch keine Bestätigung einer neuen Jagdaktion.

Fischereiprobleme bleiben bestehen

Die Naturschutzorganisation Oceans North Kalaallit Nunaat erkennt die Schwierigkeiten der Fischer an: Haie können sich in Langlinen, Netzen und Schleppnetzen verfangen; ihre Entfernung kostet Zeit und kann Ausrüstung sowie Fang beschädigen. In ihrer Stellungnahme vom 19. März warnte die Organisation dennoch davor, die Probleme durch eine Fangprämie lösen zu wollen.

Nach ihrer Einschätzung könnten getötete Tiere und Fischabfälle weitere Haie anlocken. Außerdem wandern Grönlandhaie über große Entfernungen, sodass entfernte Tiere durch Zuwanderung ersetzt werden könnten. Eine dauerhafte Entlastung sei damit nicht gesichert.

Langfristige Lösungen statt zusätzlicher Verluste

Die Art wächst langsam und erreicht die Fortpflanzungsreife sehr spät. Warum die oft genannten rund 150 Jahre eine Schätzung sind, erklärt unser Beitrag zur Geschlechtsreife des Grönlandhais. Zusätzliche Verluste lassen sich bei einer solchen Lebensgeschichte nicht schnell ausgleichen.

Oceans North fordert verlässlichere Angaben zu Beifängen und verlorenen Fanggeräten sowie Versuche mit angepasster Ausrüstung. Auch die Bergung von Geisternetzen und das Vermeiden von Abfällen auf Fangplätzen gehören zu den vorgeschlagenen Ansätzen. Diese Maßnahmen sollen gemeinsam mit Fischern entwickelt werden. Die Organisation stellt sie als Wege zu einer besseren Bewirtschaftung vor, nicht als bereits abschließend belegte Lösung aller Konflikte.

Erwähnte Arten

Grönlandhai Somniosus microcephalus

Grönlandhai

Quellen

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