Derawan: Dutzende Haie als Köder getötet

Bei einer Kontrolle im Meeresschutzgebiet der Derawan-Inseln fanden Einsatzkräfte 30 Braune Ammenhaie, acht Schwarzspitzen-Riffhaie und zwei Geigenrochen. Ein Teil der Tiere war bereits als Köder für Langleinen zerstückelt worden.

Sharky20. Juli 2026
Gestückelte Haie auf einem Fischerboot
Puluhan hiu yang ditangkap oleh nelayan asal Malaysia di perairan Pulau Derawan, Berau. Foto: Istimewa / Ekspos Kaltim.

Bei einer Kontrolle in den Gewässern der Derawan-Inseln in Ostkalimantan haben Einsatzkräfte Dutzende tote Haie und Rochen sichergestellt. Prokal berichtet von 30 Braunen Ammenhaien, acht Schwarzspitzen-Riffhaien und zwei Geigenrochen. Die Tiere sollten demnach als Köder für die Langleinenfischerei verwendet werden.

Nach ergänzenden Angaben von Ekspos Kaltim fand der gemeinsame Einsatz am 1. und 2. Juli 2026 statt. Beteiligt waren die Schutzgebietsverwaltung UPTD KKP3K-KDPS sowie mehrere Sicherheitsbehörden. Die Kontrolle erfolgte in einer Zone des Meeresschutzgebiets, in der Nutzung nur unter bestimmten Auflagen erlaubt ist.

40 Tiere an Bord gefunden

Die Einsatzkräfte fanden insgesamt 40 Tiere: 30 Braune Ammenhaie (Nebrius ferrugineus), acht Schwarzspitzen-Riffhaie (Carcharhinus melanopterus) und zwei Geigenrochen (Glaucostegus typus). Ein Teil der Tiere war bereits zerstückelt, andere waren noch zusammengebunden.

Laut den Berichten waren die Haie nicht der eigentliche Zielfang. Sie wurden mit Netzen gefangen, um anschließend als Köder an Langleinen eingesetzt zu werden. Gerade diese Nutzung macht sichtbar, dass Haie auch dann stark unter Fischereidruck geraten können, wenn weder ihr Fleisch noch ihre Flossen das Endprodukt sind.

Kontrolle im Meeresschutzgebiet

Didik Riyanto von der Schutzgebietsverwaltung erklärte gegenüber Ekspos Kaltim, lokale Fischerei sei in der betroffenen Zone nicht pauschal verboten. Sie setze jedoch eine gültige Erlaubnis voraus; geschützte Arten dürften nicht gefangen werden. Die Behörden untersuchen nun die Herkunft der Fischer und mögliche Verstöße.

Prokal zitiert die lokale Tauchgemeinschaft Berau Divers mit deutlicher Kritik. Die Vorsitzende Fitriani verwies darauf, dass Haie selbst bei Tauchgängen nur noch schwer zu beobachten seien. Hendra Pranata lobte den Einsatz, forderte aber zugleich häufigere Patrouillen und eine bessere Ausstattung der Kontrolleure.

Haie als Teil des Riffökosystems

Die betroffenen Haiarten leben eng mit tropischen Küsten- und Riffhabitaten verbunden. Braune Ammenhaie ruhen häufig in Höhlen oder unter Überhängen, während Schwarzspitzen-Riffhaie flache Lagunen und Riffkanten nutzen. Werden lokale Bestände regelmäßig entnommen, kann das nicht nur Begegnungen beim Tauchen seltener machen, sondern auch die ökologische Struktur der Riffe verändern.

Für Derawan ist der Vorfall deshalb doppelt relevant. Die Inselgruppe ist für ihre hohe marine Artenvielfalt bekannt und wirtschaftlich stark vom Tauchtourismus abhängig. Schutzgebietsregeln wirken jedoch nur, wenn Kontrollen Fangmethoden, Genehmigungen und die tatsächlich an Bord befindlichen Arten erfassen.

Prävention statt Fund nach dem Fang

Der Einsatz verhinderte möglicherweise, dass weitere Tiere gefangen wurden. Für die bereits getöteten Haie und Rochen kam er zu spät. Die Forderung der Tauchgemeinschaft nach mehr Präsenz auf dem Wasser zielt deshalb auf Prävention: verdächtige Fischerei früh erkennen, Fanggeräte kontrollieren und Verstöße in einem weitläufigen Inselgebiet konsequent verfolgen.

Der Fall zeigt außerdem, wie wichtig eine genaue Dokumentation ist. Arten, Zahl und Zustand der Tiere sowie Fangort und Fangmethode entscheiden darüber, welche Schutz- und Fischereiregeln greifen und ob aus einer Kontrolle ein belastbares Verfahren werden kann.

Erwähnte Arten

Indopazifischer Ammenhai Nebrius ferrugineus

Indopazifischer Ammenhai

Schwarzspitzen riffhai carcharhinus melanopterus

Schwarzspitzen-Riffhai

Quellen

Newsletter

Shark alert in your inbox

Hai-Alarm im Postfach

Echte News statt Mythen!
- Alle 14 Tage neu -