Ein Besucher des Changsha Xiangjiang Ocean Kingdom in der chinesischen Provinz Hunan ist bei einem bezahlten Aquarium-Tauchgang von einem Hai am Kopf und im Gesicht verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich nach den vorliegenden Medienberichten bereits am 15. Mai 2026, wurde aber erst Mitte Juni breiter öffentlich.
Laut Sohu/Upstream News bestätigte ein Mitarbeiter des Ocean Kingdom am 15. Juni, dass ein Besucher von einem Hai gebissen worden sei. Das betroffene Tauchprojekt sei inzwischen nicht geöffnet; man kommuniziere mit dem verletzten Besucher.
Biss kurz nach dem Abtauchen
Der Besucher, in den Berichten nur mit seinem Nachnamen Bao genannt, hatte nach eigenen Angaben 480 Yuan für das Projekt „Blue Hole Adventure“ bezahlt. Vor Ort sei das Angebot als auch für Kinder geeignet dargestellt worden. Bao sagte, er habe vor dem Einstieg nicht gewusst, dass sich im Becken Haie befanden.
Nach seiner Schilderung war er erst wenige Sekunden im Wasser und befand sich etwa ein bis zwei Meter unter der Oberfläche, als sich ein rund drei Meter langer Sandtigerhai näherte und zubiss. Der eigentliche Kontakt dauerte laut Bao nur ungefähr 10 bis 20 Sekunden.
JiuPai News berichtete, Bao habe die angreifende Haiart als Sandtigerhai beschrieben. Nach Angaben, die er von der Anlage erhalten haben will, habe er sich während des Vorfalls im Schwimmbereich des Hais befunden.
Verletzungen an Kopf und Gesicht
Der ausführlichere Bericht bei Jiemu News nennt sieben tiefere Wunden im Gesicht und zwei Wunden am Kopf. Medizinische Unterlagen, die den Medien vorlagen, beschrieben die Verletzungen als multiple Tierbisse durch einen Hai; Bao sei eine dreimonatige Ruhezeit empfohlen worden.
Bao sagte, der Aufprall sei zunächst stärker gewesen als der Schmerz. Nach dem Biss habe er signalisiert, dass er auftauchen wolle. Nach seiner Darstellung hätten Mitarbeiter die Gefahr nicht sofort erkannt und zunächst noch gefragt, ob er weiter abtauchen möchte.
Die Beijing News fasste den Fall am 15. Juni ebenfalls als Kopf- und Gesichtsverletzung während eines Tauchgangs im Changsha Xiangjiang Ocean Kingdom zusammen. Laut diesem Bericht waren Entschädigungsfragen zwischen Bao und der Anlage zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt.
Projekt nach Berichten geschlossen
Mehrere chinesische Medien berichteten, das betroffene Tauchprojekt sei inzwischen geschlossen oder in einer Umbau- beziehungsweise Verbesserungsphase. Sohu/Upstream News schrieb außerdem, dass Bao kritisierte, der Tauchbetrieb sei nach dem Vorfall zunächst weiter angeboten worden.
Die Anlage erklärte laut den Berichten, es handele sich bislang um den einzigen bekannten Fall dieser Art dort. Auf Fragen zu anderen Unterwasserprogrammen, bei denen Mitarbeiter in Becken mit Haien auftreten, verwies das Ocean Kingdom darauf, dass Besucher diese Darbietungen von außerhalb des Beckens sähen.
Kein klassischer Freiwasserfall
Für die Einordnung ist der Ort entscheidend: Dieser Fall ereignete sich nicht am Strand, beim Surfen oder bei einem natürlichen Tauchgang im Meer, sondern in einem künstlichen Aquariumbecken. Er ist deshalb eher ein Sicherheits- und Aufsichtsvorfall in einer kommerziellen Tieranlage als ein typischer Haiangriff im offenen Wasser.
Trotzdem bleibt die Verletzung real und schwerwiegend. Gerade bei Angeboten, die Besucher in unmittelbare Nähe großer Haie bringen, müssen Risikoaufklärung, Abtrennung, Begleitung und Notfallreaktion klarer sein als bei einer normalen Aquariumshow hinter Glas.
Der Park wird bei Trip.com als großes Ocean-Park-Angebot in Changsha beschrieben; der Standort liegt im Bereich Tongxi Road im Yuelu District. Die hier verwendete Karte orientiert sich am nahegelegenen Tongxi Metro Station, nicht an einer behördlich veröffentlichten Unfallkoordinate.
Der Fall bleibt deshalb vorsichtig einzuordnen: Es handelt sich um einen nicht t?dlichen Aquarium-Tauchunfall mit gemeldetem Sandtigerhai, nicht um eine typische Begegnung im offenen Meer. Eine abschlie?ende beh?rdliche Bewertung oder ein ?ffentliches Untersuchungsergebnis lag zum Zeitpunkt der Berichte noch nicht vor.

