Ein neu veröffentlichter Autopsiebericht liefert erstmals detaillierte Erkenntnisse zum Tod der Freiwasserschwimmerin Erica Fox. Die 55-Jährige wurde am 21. Dezember 2025 vor Lovers Point in Pacific Grove von einem Hai gebissen. Nach den Befunden erlitt sie einen einzigen schweren Biss, der sich von den Knien bis zum Bauch erstreckte.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDie Untersuchung beschreibt einen halbkreisförmigen Verlauf der Zahnwunden, der mit Beschädigungen an Neoprenanzug und Badebekleidung übereinstimmte. Die Wucht des Bisses brach das Becken an mehreren Stellen und durchtrennte eine große Arterie im Rumpf. Als Todesursache nennt das Coroner-Büro von Santa Cruz County scharfe und stumpfe Verletzungen sowie Untertauchen im Wasser infolge eines Hai-Vorfalls. Der Tod wurde als Unfall eingestuft.
Die Haiart bleibt unbekannt
Der Autopsiebericht nennt weder die Art des Hais noch die Abmessungen des Bisses. Aus der Schwere oder Form der Verletzungen allein lässt sich deshalb keine belastbare Artbestimmung ableiten. Auch wenn erwachsene Weiße Haie in der Monterey Bay vorkommen, wäre eine Zuordnung dieses Vorfalls zu dieser Art ohne forensischen Nachweis Spekulation.
Ebenso lässt sich aus einem einzelnen Biss nicht sicher auf das Verhalten oder die Motivation des Tieres schließen. Der Bericht dokumentiert die medizinischen Folgen, nicht aber den Ablauf unter Wasser. Für die Einordnung bleiben daher die Zeugenaussagen und die bekannten Umstände des Verschwindens entscheidend.
Fox schwamm mit den Kelp Krawlers
Fox war mit mehr als einem Dutzend Mitgliedern der Kelp Krawlers im Wasser, einer von ihr mitgegründeten Gruppe für Freiwasserschwimmen. Auf dem Rückweg in Richtung Lovers Point schwamm sie vor der Gruppe und erreichte das Ufer nicht. Eine Person an der Küste verständigte den Notruf, nachdem sie etwa 100 Yards vor dem Ufer einen Hai aus dem Wasser kommen sah, der offenbar einen menschlichen Körper im Maul hielt. Eine weitere Person meldete ebenfalls einen Hai an der Oberfläche.
Die US-Küstenwache und örtliche Einsatzkräfte durchsuchten mehr als 80 Quadratseemeilen, bevor die Suche eingestellt wurde. Sechs Tage später fanden Feuerwehrleute Fox’ Körper an einem abgelegenen Küstenabschnitt nahe dem Wilder Ranch State Park nördlich von Pacific Grove. Die Behörden identifizierten sie anschließend offiziell.
Erfahrene Ausdauersportlerin
Fox war eine erfahrene Triathletin und Freiwasserschwimmerin. Nach Berichten über ihre Identifizierung hatte sie zwei Half-Ironman-Wettkämpfe und zahlreiche weitere Triathlons absolviert. Den Schwimmkurs Escape from Alcatraz hatte sie nach Angaben des aktuellen Chronicle-Berichts 19-mal bewältigt. Sie gehörte zu den Mitgründerinnen der Kelp Krawlers und war in der lokalen Freiwasserszene fest verankert.
Ihr Ehemann Jean-Francois Vanreusel erklärte während der Suche, Fox habe die Risiken des Schwimmens im offenen Meer gekannt, sie aber als gering eingeschätzt. Mitglieder der Gruppe erinnerten bei einer Gedenkveranstaltung an ihr sportliches Engagement und ihre Verbundenheit mit dem Meer.
Warum Lovers Point ein natürlicher Hai-Lebensraum ist
Lovers Point liegt an einer felsigen Küste der Monterey Bay. Robben und Seelöwen halten sich regelmäßig in der Region auf und gehören zur Beute großer Haie. Zudem fällt der Meeresboden küstennah vergleichsweise schnell ab. Das schafft einen Übergang zwischen tieferem Wasser und Bereichen, die auch Schwimmer nutzen.
Diese natürlichen Bedingungen bedeuten jedoch nicht, dass Begegnungen mit Menschen häufig wären. Kalifornische Wildtierbehörden betonen, dass Hai-Bisse trotz der großen Zahl von Schwimmern, Surfern und anderen Wassersportlern selten bleiben. Die Anwesenheit von Haien gehört zum Ökosystem der kalifornischen Küste.
Frühere Vorfälle in der Region
Im Juni 2022 wurde der Kelp-Krawlers-Schwimmer Steve Bruemmer am selben Ort schwer verletzt. Zwei Monate später biss ein Hai von unten in ein Paddleboard und warf einen Menschen und einen Hund ins Wasser; beide blieben unverletzt. Vor dem Tod von Erica Fox hatte sich der jüngste tödliche Hai-Vorfall in der Monterey Bay im Mai 2020 ereignet, als der Surfer Ben Kelly vor Manresa State Beach gebissen wurde.
Die neuen Autopsiedetails schließen nun eine zentrale Informationslücke im Fall Erica Fox. Sie bestätigen die medizinischen Folgen eines einzigen massiven Bisses. Offen bleiben die Identität des Hais und der genaue Ablauf unter Wasser. Diese Grenzen sollten bei jeder weiteren Einordnung des Vorfalls klar benannt werden.

