Peruanischer Fischer vor Tocopilla von Hai in den Unterarm gebissen

Ein 23-jähriger Fischer wurde 160 bis 200 Seemeilen westlich von Tocopilla in den rechten Unterarm gebissen. Die chilenische Marine stabilisierte ihn und brachte ihn in stabilem Zustand an Land.

Sharky8. September 2026
DIRECTEMAR-Gebäude in Valparaíso – Archivaufnahme von 2020
DIRECTEMAR-Gebäude in Valparaíso – Archivaufnahme von 2020. Carlos Figueroa / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0. Zuschnitt auf 2:1.

Ein 23-jähriger peruanischer Fischer ist am 26. August 2026 weit vor der nordchilenischen Küste von einem Hai in den rechten Unterarm gebissen worden. Der Vorfall ereignete sich während Fischereiarbeiten an Bord der peruanischen Naelita. Nach einer länderübergreifenden Rettungsaktion wurde der Verletzte am folgenden Tag in stabilem Zustand nach Tocopilla gebracht.

Die ausführlichste amtliche Darstellung stammt von der chilenischen Seefahrtsbehörde DIRECTEMAR. Sie identifiziert den Fischer als Fabio José Santos Ascona und die Naelita als das betroffene Schiff. Die peruanische Hafenbehörde von Ilo informierte demnach am 26. August die Hafenbehörde von Tocopilla über die medizinische Notlage.

Blutung zunächst an Bord kontrolliert

Nach Angaben von La Prensa Regional fuhr die Naelita mit vier Besatzungsmitgliedern und der Kennung PT-33468-BM. Die Hafenbehörde von Ilo erhielt gegen 8 Uhr die Meldung über eine stark blutende Wunde. Sie hielt Kontakt zur Besatzung und gab medizinische Anweisungen. Der Arm wurde verbunden und mit einem Tourniquet versorgt, wodurch sich die Blutung zunächst kontrollieren ließ.

Die chilenische und die peruanische Darstellung verwenden unterschiedliche Entfernungsangaben für verschiedene Phasen der Rettung. DIRECTEMAR nennt eine anfängliche Position rund 200 Seemeilen westlich von Tocopilla. Die chilenische Marine beschreibt den Einsatzpunkt mit 160 Seemeilen. La Prensa Regional fasst die ursprüngliche Position als 160 bis 200 Seemeilen vor der Küste zusammen und betont, dass sie zunächst in internationalen Gewässern lag. Die Naelita nahm anschließend Kurs auf Tocopilla.

Chipana mit medizinischem Personal geschickt

Das chilenische Maritime Rescue Coordination Centre aktivierte die Rettungsprotokolle. Der maritime Rettungsunterabschnitt Antofagasta schickte die Lancha de Acción Marítima Chipana mit medizinischem Personal zum Fischerboot. Während der Anfahrt blieben die Behörden mit der Naelita in Verbindung und überwachten den Zustand des wachen, zeitweise erneut blutenden Patienten.

Um 7:40 Uhr am 27. August traf die Chipana nach Angaben von DIRECTEMAR auf die Naelita. Der Fischer wurde übernommen, untersucht, erstversorgt und stabilisiert. Um 17:42 Uhr erreichte das Marineschiff Tocopilla. Ein Rettungswagen brachte Santos Ascona anschließend in das Hospital Marcos Macuada de Tocopilla.

Die Armada de Chile erklärte, der Mann sei in stabilem Zustand an den Rettungsdienst übergeben worden. Die Chipana war ursprünglich auf einer humanitären Hilfsfahrt unterwegs und transportierte Notversorgung zu abgelegenen Küstenorten, die von Erdrutschen in der Region Antofagasta betroffen waren. Für die medizinische Evakuierung änderte sie kurzfristig ihren Auftrag.

Video zeigt die Übergabe auf See

Von der Marine veröffentlichte und über Storyful verbreitete Aufnahmen zeigen, wie der verletzte Mann von einem kleineren Boot auf die Chipana gebracht und dort medizinisch versorgt wird. Die Bilder dokumentieren die Rettung, zeigen aber weder den Biss selbst noch den beteiligten Hai. Die Quellen enthalten deshalb keine Grundlage für eine Artbestimmung.

Haiart und genauer Ablauf des Bisses bleiben offen

Amtlich bestätigt sind ein Biss in den rechten Unterarm, Fischereiarbeiten an Bord und eine nicht tödliche Verletzung. Nicht veröffentlicht wurde, ob der Fischer einen gefangenen Hai, ein Netz, eine Leine oder anderen Fang handhabte oder ob es zu einem anders gelagerten Kontakt kam. Der Fall lässt sich deshalb derzeit weder sicher als provoziert noch als unprovoziert einordnen.

Auch aus der großen Entfernung zur Küste kann keine Haiart abgeleitet werden. Im offenen Südostpazifik kommen mehrere pelagische Arten vor, doch ohne Foto, Probenmaterial oder fachliche Bestätigung bleibt die korrekte Angabe ‚unbekannte Haiart‘. Die genaue Position ist ebenfalls nur als Bereich bekannt; die Karte markiert daher eine ungefähre Lage zwischen 160 und 200 Seemeilen westlich von Tocopilla und keinen präzisen Bisspunkt.

Koordinierte Rettung über zwei Länder hinweg

Der Fall ist nicht nur wegen des Hai-Bisses bemerkenswert. Er zeigt, wie medizinische Beratung, laufende Funkverbindung und maritime Rettungsdienste über Staatsgrenzen hinweg zusammenspielen können. Die Hafenbehörde von Ilo half der Besatzung, die Blutung bis zum Eintreffen der Hilfe zu kontrollieren; Chile koordinierte die Evakuierung, die Versorgung auf See und die Übergabe an das Krankenhaus.

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