Eine Drohnenaufnahme vor Masonboro Island in North Carolina zeigt eine ungewöhnlich große Zahl von Haien dicht unter der Wasseroberfläche. Nach dem Bericht des Fernsehsenders WECT filmte Zuschauer Adam Pflum die Szene am Morgen des 15. August 2026. Der Sender spricht von Hunderten, möglicherweise sogar Tausenden Tieren.
Was die Aufnahme belegt
Sicher erkennbar ist eine weitläufige Ansammlung stromlinienförmiger Tiere im flachen Küstenwasser. Die Kamera zeigt jedoch nur einen wechselnden Ausschnitt, weshalb weder eine genaue Zählung noch eine belastbare Artbestimmung möglich ist. Pflum schätzte die Tiere auf etwa vier bis fünf Fuß, also rund 1,2 bis 1,5 Meter. Am Ende des Videos erscheint außerdem ein großer Rochen, dessen Art ebenfalls offenbleibt.
Auch der Grund für die Ansammlung lässt sich aus den Bildern nicht ablesen. Ein Beuteschwarm, günstige Strömungen oder eine gemeinsame Wanderroute sind plausible Erklärungen. Nicht belegt sind dagegen eine Jagd, Paarung, eine Kinderstube oder eine plötzliche Zunahme des regionalen Haibestands.
Welche Haiarten kommen infrage?
Nach den Arteninformationen von NC Sea Grant passen Größe, Jahreszeit und Lebensraum unter anderem zum Kleinen Schwarzspitzenhai, Atlantischen Scharfnasenhai, Großen Schwarzspitzenhai oder Sandbankhai. Gerade ähnliche kleine Küstenhaie lassen sich aus der Vogelperspektive schwer unterscheiden; dafür wären Nahaufnahmen diagnostischer Merkmale oder eine fachliche Untersuchung vor Ort nötig.
Warum Küstenhaie sich zeitweise sammeln
Die Küste am Atlantik liegt auf den saisonalen Routen mehrerer Haiarten. Mit Wassertemperatur und Beutefischen verschieben sich ihre Aufenthaltsgebiete: Schwarzspitzenhaie kommen im Sommer regelmäßig vor North und South Carolina vor, bevor viele Tiere im Herbst weiter nach Süden ziehen. Schwärme von Menhaden und Meeräschen können solche wandernden Haie zusätzlich an einzelnen Stellen bündeln.
Masonboro Island bietet dafür einen produktiven Küstenraum. Nach Angaben des North Carolina Department of Environmental Quality ist die rund 8,4 Meilen lange Insel die größte weitgehend ungestörte Barriereinsel im Süden des Bundesstaats. Strand, Dünen, Salzmarschen und Wattflächen zwischen Ozean und Masonboro Sound dienen zahlreichen Jungfischen als Lebensraum und schaffen damit günstige Bedingungen für größere Räuber.
Einordnung für Menschen an der Küste
Drohnen machen Tiere sichtbar, die vom Strand oder Boot kaum zu erkennen wären; Wellen, Trübung und größere Tiefe können denselben Blick schnell verhindern. Im Zusammenhang mit der Aufnahme wurde weder ein Angriff noch eine konkrete Gefährdung von Badegästen gemeldet. Wer Fischschwärme oder viele Haie bemerkt, sollte dennoch Abstand halten, das Wasser verlassen und Hinweise der örtlichen Behörden beachten.

