Ein stark verwester Pottwal-Kadaver hat vor der Westküste der Insel Hawaii zahlreiche Haie angelockt. Das Hawaii Department of Land and Natural Resources (DLNR) warnt davor, sich dem Kadaver oder abgebrochenen Teilen im Wasser, per Boot oder vom Ufer aus zu nähern. Neben den fressenden Haien können auch Krankheitserreger eine Gefahr darstellen.
Der Pottwal wurde nach Behördenangaben am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, treibend vor der Kona-Küste entdeckt. Am folgenden Abend erreichte der Kadaver die Einfahrt zum Honokōhau Harbor. Einsatzkräfte schleppten ihn daraufhin wieder aufs offene Meer. Den aktuellen Standort veröffentlicht die Behörde nicht.
Menschen schwammen zwischen Kadaverteilen und fressenden Haien
Schon vor dem Abschleppen hatten sich größere Teile gelöst. Fotos und Videos zeigten laut DLNR viele Menschen direkt neben dem Kadaver im Wasser. Einige fassten Teile an oder nahmen sie mit, obwohl bereits zahlreiche Haie fraßen. Hawaii News Now berichtete ebenfalls über die Warnung und die laufende Überwachung der Küste.
Ein privater Tourenanbieter schätzte auf seinen Aufnahmen ungefähr 15 Tigerhaie und fünf Weißspitzen-Hochseehaie. Diese Arten- und Zahlenangaben wurden von den Behörden nicht bestätigt. Belastbar ist lediglich die offizielle Aussage, dass eine große Zahl von Haien am Kadaver fraß.
Kadaverteile können erneut an die Küste treiben
Das DLNR rechnet damit, dass Wind, Strömungen und vorbeiziehende Wettersysteme weitere Teile des Wals zurück in Küstennähe transportieren könnten. Wer Ölfilme, Fettstücke oder andere Überreste entdeckt, soll Abstand halten und den Fund über die NOAA Marine Wildlife Hotline melden. Baden, Schnorcheln oder Paddeln in der Nähe solcher Überreste ist ausdrücklich nicht empfohlen.
Verwesendes Walgewebe kann zoonotische Erreger tragen, die vom Tier auf Menschen übergehen. Gleichzeitig bildet der energiereiche Kadaver eine ergiebige Nahrungsquelle für große Meeresräuber. Die Anwesenheit der Haie ist deshalb ein natürlicher ökologischer Vorgang, erhöht für Menschen in unmittelbarer Nähe aber das Verletzungsrisiko.
Pottwale stehen auch nach ihrem Tod unter Schutz
Pottwale sind nach hawaiischem und US-amerikanischem Recht geschützt. Das DLNR weist darauf hin, dass weder Knochen noch Zähne oder andere Körperteile mitgenommen werden dürfen. Die Behörde koordiniert die weitere Beobachtung mit der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und hawaiischen Kulturvertretern von Kiaʻi Kanaloa.
Für die beteiligten Kulturvertreter ist der Pottwal als palaoa zugleich von besonderer spiritueller Bedeutung. Sie rufen dazu auf, den natürlichen Prozess respektvoll geschehen zu lassen und die Überreste nicht zu stören. Wer den Kadaver oder Teile davon sieht, soll die NOAA Marine Wildlife Hotline unter +1 888 256 9840 informieren.

