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Sharks International 2026: Kaimaninseln zeigen neue Haiforschung

Auf der Sharks International 2026 in Colombo präsentierte das Umweltamt der Kaimaninseln neue Tiefsee-Beobachtungen, die Rückkehr eines Schwarms von Bogenstirn-Hammerhaien und Ergebnisse seines Sharklogger-Bürgerforschungsnetzes.

Ronny K2. August 2026
Logo der Konferenz Sharks International Sri Lanka 2026
Logo: Sharks International 2026.

Die Sharks International 2026 brachte vom 4. bis 8. Mai in Colombo mehr als 800 Forschende, Fachleute aus dem Naturschutz und politische Entscheidungsträger zusammen. Nach Angaben des Umweltamts der Kaimaninseln waren 81 Länder vertreten. Unter den Teilnehmenden befanden sich Dr. Johanna Kohler und Anne Veeder aus dem Shark Research & Conservation Programme des Cayman Islands Department of Environment.

Das Umweltamt der Kaimaninseln berichtet, dass sein Team zwei eigene Vorträge beisteuerte. Im Mittelpunkt standen neue Beobachtungen von Tiefseehaien, die wiederholte Rückkehr eines Schwarms von Bogenstirn-Hammerhaien und ein Bürgerforschungsprogramm zur langfristigen Beobachtung von Haien rund um die Inselgruppe.

Die größte internationale Konferenz für Haie und Rochen

Sharks International findet nur alle vier Jahre statt. Die fünftägige Ausgabe 2026 wurde in Sri Lankas Hauptstadt Colombo ausgerichtet und widmete sich Haien, Rochen und Chimären. Diskutiert wurden unter anderem Überfischung, der internationale Handel mit Haifleisch, neue Technologien für Forschung und Schutz sowie Lösungen, die gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften entwickelt werden.

Die Größe des Treffens macht die Konferenz zu einem wichtigen Ort für den Austausch zwischen Forschung, Fischereimanagement und Politik. Sie ist jedoch keine beschlussfassende Staatenkonferenz. Die dort vorgestellten Arbeiten können neue Kooperationen und Schutzansätze anstoßen, führen aber nicht automatisch zu verbindlichen Fang- oder Handelsregeln.

Tiefseehaie und wiederkehrende Hammerhaie

Johanna Kohler stellte in ihrem Vortrag über Tiefsee-Entdeckungen aktuelle Ergebnisse aus dem Forschungsprogramm der Kaimaninseln vor. Das Umweltamt nennt dabei zwei Schwerpunkte: neue Nachweise von Tiefseehaien und die Rückkehr einer Gruppe von Bogenstirn-Hammerhaien. Rund 300 Menschen sollen den Vortrag vor Ort verfolgt haben.

Gerade wiederholte Beobachtungen sind für die Einordnung von Hammerhai-Vorkommen wichtiger als eine einzelne Sichtung. Sie können Hinweise darauf geben, ob Tiere ein Gebiet regelmäßig nutzen. Aus der kurzen Mitteilung des Umweltamts geht allerdings weder hervor, über welchen Zeitraum die Rückkehr dokumentiert wurde, noch wie viele Tiere beobachtet wurden. Für belastbare Schlussfolgerungen sind deshalb die zugrunde liegenden Forschungsdaten entscheidend.

Sharklogger verbindet Freiwillige und Langzeitdaten

Anne Veeder präsentierte das Sharklogger Network. Das Bürgerforschungsprogramm bezieht freiwillige Teilnehmende in die langfristige Erfassung von Haien ein. Solche Netzwerke können Beobachtungen über Zeiträume und Gebiete sammeln, die ein kleines Forschungsteam allein kaum lückenlos abdecken könnte.

Nach Darstellung des Umweltamts wurde die Langzeitbeobachtung zusammen mit den besonderen Bedingungen während der lokalen COVID-19-Regeln genutzt, um menschliche Einflüsse auf die Haipopulationen der Kaimaninseln zu untersuchen. Phasen mit stark veränderter Nutzung des Meeres können Vergleichsmöglichkeiten eröffnen. Wie groß ein gemessener Effekt war, lässt sich aus der Behördenmeldung allein jedoch nicht ableiten.

Neue Methoden und ungewohnte Forschungsfragen

Kohler und Veeder nahmen außerdem an vier spezialisierten Workshops teil. Dazu gehörten Schulungen zu Methoden und Technologien der Haiforschung. Ein weiterer Workshop betrachtete Haie und Rochen als Lebensräume für andere Organismen und rückte Parasiten als Bestandteile mariner Ökosysteme in den Mittelpunkt.

Diese Perspektive erweitert den Blick auf Haie: Sie sind nicht nur Räuber oder bedrohte Arten, sondern tragen selbst Lebensgemeinschaften und ökologische Beziehungen. Für die Forschung der Kaimaninseln ist der Methodenaustausch besonders relevant, weil Tiefseearten, wandernde Hammerhaie und Beobachtungsdaten aus der Bevölkerung jeweils andere Werkzeuge und Qualitätskontrollen erfordern.

Sichtbarkeit ist noch kein wissenschaftlicher Beleg

Die Mitteilung des Umweltamts zeigt, welche Themen das Cayman-Team auf internationaler Ebene eingebracht hat. Sie ist aber ein Rückblick der beteiligten Behörde und keine begutachtete Fachveröffentlichung. Wichtige Angaben zu Methoden, Stichprobengrößen und statistischer Unsicherheit fehlen in diesem Format. Die beiden veröffentlichten Vortragsvideos ermöglichen zumindest einen ausführlicheren Einblick.

Entscheidend wird sein, ob aus den vorgestellten Beobachtungen dauerhaft zugängliche Daten, Fachartikel und konkrete Schutzmaßnahmen entstehen. Für eine kleine Inselgruppe kann die Verbindung aus lokaler Bürgerforschung und internationalem Fachaustausch dennoch besonders wertvoll sein: Freiwillige liefern langfristige Beobachtungen, während die globale Forschungsgemeinschaft Methoden und Vergleichsdaten beisteuert.

Forschung mit lokaler und internationaler Unterstützung

Das Hai-Forschungsprogramm wird nach Angaben des Umweltamts durch Zuwendungen der Cayman Islands Brewery aus dem Verkauf des White Tip Lager sowie durch das britische Förderprogramm Darwin Plus unterstützt. Damit verbindet das Projekt lokale Finanzierung mit internationaler Forschungsförderung.

Der Auftritt in Colombo macht vor allem sichtbar, wie lokale Beobachtungsprogramme Teil einer größeren Schutzdebatte werden. Ob es um seltene Tiefseehaie, wiederkehrende Hammerhai-Gruppen oder den Einfluss menschlicher Aktivität geht: Erst langfristige, vergleichbare Daten machen aus einzelnen Beobachtungen eine Grundlage für wirksamen Schutz.

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