Dieser Artikel erschien am 10. September 2026 und wurde am 23. Oktober 2026 aktualisiert.
Update vom 23. Oktober 2026
Der Airbus A330 von Discover Airlines mit dem Kennzeichen D-AIKP ist nach seiner Erprobung in den regulären Linienbetrieb gegangen. Lufthansa Technik teilte am 19. Oktober mit, dass der erste Flug am Donnerstag zuvor, dem 15. Oktober, nach Florida führte. Nach Unternehmensangaben ist dies der erste Airbus mit großflächiger AeroSHARK-Ausrüstung im Linienverkehr.
Die von Haifischhaut inspirierte Folie bedeckt Teile des Rumpfs und die Triebwerksverkleidungen. Ihre feinen Rillen sollen den Luftwiderstand verringern. Lufthansa Technik und Entwicklungspartner Surventis nennen rund ein Prozent weniger Treibstoffverbrauch und CO₂-Emissionen; dies ist eine Anbieterangabe. Der neue Betriebsstart geht über die im ursprünglichen Artikel beschriebene Flugerprobung hinaus.
Ursprünglicher Artikel vom 10. September 2026
Haifischhaut dient erneut als Vorbild für sparsamere Flugzeuge: Lufthansa Technik hat die finale Zulassungsphase für AeroSHARK auf dem Airbus A330-200 und A330-300 begonnen. Laut Lufthansa Group stellt Discover Airlines dafür einen A330-300 bereit. Die ergänzende Musterzulassung steht noch aus.
Der Testjet absolviert vor und nach dem Aufbringen der Folie über mehrere Wochen Erprobungsflüge. Die Modifikation erfolgt bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden. Zum Zulassungsverfahren bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA gehören technische Nachweise sowie Boden- und Flugtests.

Feine Rillen nach dem Vorbild der Haie
AeroSHARK ist eine künstliche Oberflächenfolie. Rund 50 Mikrometer hohe Rillen werden entlang der Luftströmung ausgerichtet. Sie übertragen ein Prinzip der Haifischhaut auf Flugzeuge und sollen den Reibungswiderstand verringern.
Für die bisherige Anwendung nennt Lufthansa etwa ein Prozent weniger Treibstoffverbrauch und CO₂-Emissionen. Das ist eine Unternehmensangabe, kein bereits bestätigtes Ergebnis der neuen A330-Erprobung. Bisher ist die Technologie für mehrere Boeing-777-Varianten zugelassen.
Für die Bionik ist der Schritt interessant: Eine biologische Oberflächenstruktur liefert die Vorlage für eine technische Anwendung. Ob und unter welchen Bedingungen sie auf einem weiteren Flugzeugtyp eingesetzt werden darf, muss das laufende Zulassungsverfahren klären.

