Dieser Artikel erschien am 23. August 2025 und wurde am 20. Oktober 2026 aktualisiert.
Update vom 20. Oktober 2026
Das Tracking junger Sandtigerhaie im Boston Harbor wurde 2026 um vier neu markierte Tiere erweitert. Das berichtet WBUR nach einer Ausfahrt mit Forschenden des New England Aquariums. Seit 2023 wurden demnach rund zwei Dutzend Tiere besendert; etwa ein Dutzend Empfänger im Hafen registriert ihre Signale.
Die Daten zeigen wiederkehrende saisonale Aufenthalte: Bereits früher markierte Haie werden erneut im Hafen nachgewiesen. Das hilft zu verstehen, wie die Jungtiere das geschützte Küstengebiet nutzen. Vier neue Markierungen sind jedoch keine Bestandszählung und erlauben keine prozentuale Wachstumsrate für die Population.
Der Originalbericht erschien am 22. September 2026 und wurde am 19. Oktober in einer weiteren Radiosendung aufgegriffen. Die neue Ausstrahlung ist kein Start eines neuen Forschungsprogramms; sie ergänzt den bisherigen Bericht um den dokumentierten Stand der Saison 2026.
Bisheriger Bericht
Jahrzehntelange Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung: Im Boston Harbor werden zunehmend wieder Sandtigerhaie gesichtet. Wissenschaftler berichten, dass die Gewässer heute deutlich sauberer sind als früher und sich mehr Beutefische ansiedeln, ideale Bedingungen, damit die Haie das Gebiet als Kinderstube nutzen.
Junge Haie im Fokus der Forschung
Forscher des New England Aquariums fangen juvenile Sandtigerhaie, um ihnen kleine Sender einzusetzen. Diese geben Signale an Bojen entlang der US-Ostküste ab und ermöglichen es, die Wanderungen der Tiere zu verfolgen. Während der Prozedur verfallen die Haie in eine Art Starre, die sogenannte tonische Immobilität, was den Eingriff erleichtert. Nach dem Einsetzen der Sender werden die Haie sofort wieder freigelassen.
Sandtigerhaie können über drei Meter lang werden. Im Boston Harbor konzentriert sich die Forschung auf Jungtiere, die den geschützten Hafen im Sommer als Aufwuchsgebiet nutzen. Ihre Anwesenheit bleibt vielen Besuchern verborgen.
Vom Niedergang zur langsamen Erholung
Die Bestände an der US-Ostküste wurden durch frühere Fischerei stark dezimiert. Schutzregeln seit den späten 1990er Jahren sollen ihre Erholung ermöglichen. Die Forschenden berichten von Erholungszeichen; aus den hier vorgestellten Markierungszahlen lässt sich jedoch keine jährliche Wachstumsrate berechnen.
Die Rückkehr der Haie hängt auch mit der Verbesserung der Wasserqualität im Boston Harbor zusammen. Jahrzehntelange Umweltmaßnahmen haben den Lebensraum wieder attraktiver gemacht, sodass die Haie nun regelmäßig zurückkehren. Manche der markierten Tiere wanderten hunderte Meilen bis nach Florida und kamen anschließend wieder an exakt denselben Küstenabschnitt zurück – ein eindrucksvoller Beweis für die Bindung dieser Art an bestimmte Lebensräume.
Sandtigerhaie verdienen mehr Aufmerksamkeit
Während Weiße Haie in Neuengland oft im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, weisen Experten darauf hin, dass auch andere Arten wie der Sandtiger dringend mehr Forschung und Schutz benötigen. Ihre Rolle im Ökosystem ist entscheidend, doch über ihr Verhalten und ihre Bestandsentwicklung ist noch viel unbekannt. Die neuen Sender, die bis zu zehn Jahre lang Daten liefern können, sollen helfen, diese Wissenslücken zu schließen und langfristig bessere Schutzmaßnahmen zu entwickeln.


