Dieser Artikel erschien am 24. Juli 2026 und wurde am 28. August 2026 aktualisiert.
Update vom 28. August 2026
Die Aufnahmen des Vorfalls sind inzwischen öffentlich. In einer am 28. August 2026 veröffentlichten Videoanalyse identifiziert der Hai-Experte und Tierfilmer Robert Marc Lehmann das beteiligte Tier als Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos). Er schätzt den Hai auf ungefähr zwei Meter Länge. Die Artbestimmung beruht auf seiner Auswertung der Bilder; eine unabhängige behördliche Bestätigung ist bislang nicht bekannt.
Nach dem in der Analyse wiedergegebenen Bericht hatten Gibbs und seine Begleiter etwa eine Stunde am Riff gejagt, bevor sie ins offene Blauwasser wechselten. Mehrere Graue Riffhaie hielten sich in der Nähe auf. Enger werdende Kreise und schnelle Annäherungen an das Boot seien Warnzeichen gewesen; Gibbs habe später selbst eingeräumt, dass sie den Tauchgang zu diesem Zeitpunkt hätten beenden sollen.
Lehmann beschreibt eine schnelle, senkrechte Annäherung des Hais von unten, bevor Gibbs in die rechte Wade gebissen wurde. Verletzte oder tote Fische, Blut, Geräusche der Harpune und die Aktivität im Wasser könnten das Interesse der Haie verstärkt haben. Welcher Faktor den Biss tatsächlich auslöste, lässt sich aus den Aufnahmen nicht belegen.
Der neuseeländische Fischer und Social-Media-Creator Henry Gibbs erholt sich nach einem schweren Hai-Biss auf Fidschi im Krankenhaus. Der Vorfall ereignete sich nach seinen Angaben bei seinem ersten Tauchgang im Inselstaat, während er zum Speerfischen im Wasser war.
SURFER berichtete am 24. Juli 2026 über die Verletzungen. Fotos aus dem Krankenhaus zeigen eine schwere Wunde an der rechten Wade. Gibbs erklärte, dass vier Operationen und eine Hauttransplantation nötig waren. Er könne seinen Fuß weiterhin vollständig benutzen und gehe von einer vollständigen Genesung aus.
Experteneinschätzung: Grauer Riffhai
Der genaue Ort auf Fidschi und das Datum des Bisses wurden weiterhin nicht veröffentlicht. Anders als im ersten Bericht lässt sich die Haiart nun anhand der Aufnahmen fachlich einschätzen: Lehmann identifiziert das Tier als Grauer Riffhai. Diese visuelle Bestimmung wird hier transparent als Experteneinschätzung geführt.
Ob der Biss fachlich als provozierter oder unprovozierter Vorfall einzuordnen ist, lässt sich auch mit dem Video nicht sicher entscheiden. Speerfischen und Fischreste bilden einen relevanten Kontext, beweisen aber keinen einzelnen Auslöser. Der Angriffsstatus bleibt daher vorläufig fraglich.
Gibbs macht dem Hai keinen Vorwurf
Trotz der schweren Verletzung äußerte Gibbs keinen Groll gegen das Tier. Er habe in dessen Lebensraum nach dessen Nahrung gejagt und sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Nach eigener Aussage sei er dankbar, sein Bein behalten zu haben, und habe durch das Erlebnis eine größere Wertschätzung für das Leben gewonnen.
Mit der Veröffentlichung der Aufnahmen ist die von Gibbs angekündigte Dokumentation nun verfügbar. Lehmann ordnet den Vorfall als ungewöhnliche, hoch angespannte Situation ein und betont zugleich, dass Taucher Graue Riffhaie häufig ohne Zwischenfall erleben.
Speerfischen verändert die Situation im Wasser
Beim Speerfischen können verletzte Fische, Blut, Geräusche der Harpune und hektische Bewegungen die Aufmerksamkeit von Haien erhöhen. Werden die Kreise enger oder erfolgen wiederholt schnelle Annäherungen, sollte der Tauchgang frühzeitig beendet werden.
Gefangene Fische sollten möglichst körperfern an einer Boje oder in einem separaten Behälter gesichert werden. Ein verlässlicher Tauchpartner sowie Material und Kenntnisse zur Versorgung starker Blutungen sind wichtig. Kein Fang ist wichtiger als ein sicherer Ausstieg.
Was aus dem Fall sicher bekannt ist
Gesichert ist: Henry Gibbs wurde beim Speerfischen auf Fidschi nicht tödlich an der rechten Wade verletzt, musste viermal operiert werden und erhielt eine Hauttransplantation. Robert Marc Lehmann identifiziert den Hai in den veröffentlichten Aufnahmen als Grauen Riffhai. Unbekannt bleiben das genaue Datum und der konkrete Ort; eine unabhängige behördliche Bestätigung der Artbestimmung ist bislang nicht bekannt.


