Panama diskutiert Haischutz zwischen Fischerei, Forschung und Ceviche

Panama verbindet Beifangforschung, geplante Schutzregeln und Ceviche ohne Haifleisch. Fehlende Bestandsdaten bleiben eine Hürde.

Ronny K15. September 2026
Thunfischfänger Txopituna Dos im Hafen von Marín
Symbolbild: Thunfischfänger Txopituna Dos im Hafen von Marín, Spanien. Auf 2:1 beschnitten und als WebP exportiert. Bene Riobó / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

In Panama setzen Forschende, Fischer und Gastronomiebetriebe an verschiedenen Stellen an, um Haie und Rochen zu schützen. Ein Mongabay-Bericht beschreibt die Zusammenarbeit und die Lücken bei Bestandsdaten und Schutzregeln.

Beifang freilassen und erforschen

Die Biologin Yehudi Rodríguez begleitet Fangfahrten im Golf von Panama. Gemeinsam mit Besatzungen befreit sie versehentlich gefangene Tiere aus Ringwadennetzen. Wenn deren Zustand es erlaubt, erfasst sie Art, Maße und Fangort, nimmt Gewebeproben und setzt Markierungen. Bei akuter Gefahr hat die sofortige Freilassung Vorrang. Zugleich lernen Fischer, selbstständig zu helfen.

Schutzgesetz noch in Beratung

Laut dem Bericht vom 14. September 2026 wird außerdem ein Gesetzesvorhaben beraten, das unter anderem die gezielte Fischerei auf Haie und Rochen verbieten soll. Rodríguez fordert belastbare Daten und Regeln, die Fanggeräte, Gebiete und Jahreszeiten berücksichtigen. Die beschriebenen Vorschläge sind damit noch kein beschlossenes Gesetz.

Ceviche mit überprüfbaren Zutaten

Bei der Nachfrage setzt das MarViva-Siegel Ceviche Libre de Tiburón an. Es zertifiziert Fisch-Ceviche, das ohne Hai- und Rochenfleisch sowie ohne weitere von MarViva als nicht empfehlenswert eingestufte Fischarten hergestellt wird. Der Standard verlangt Klarheit über die verwendeten Arten und ein betriebliches Prüfprogramm.

Ceviche mit Limette und Zwiebeln – KI-Symbolbild
Symbolische Darstellung von Ceviche mit Limette und Zwiebeln; kein abgebildetes zertifiziertes Produkt. KI-Bild; Kennzeichnung ergänzt und als WebP exportiert. Marco Verch / ccnull.de · CC BY 2.0

Hinzu kommen Anforderungen an die Einhaltung von Handelsvorschriften, eine betriebliche Umweltpolitik und die Information von Personal und Kundschaft. Das Siegel bezieht sich auf das zertifizierte Ceviche-Produkt. Für Gäste bietet es damit einen konkreten Anhaltspunkt bei der Auswahl; für Betriebe verbindet es die Rezeptur mit dokumentierten Einkaufs- und Kontrollprozessen.

Auch der Handel braucht Kontrollen

Warum Kontrollen entlang der Lieferkette nötig bleiben, zeigt ein bereits dokumentierter Fall: Wir berichteten über 109 beschlagnahmte Säcke Haiflossen, die von Panama nach Malaysia verschifft werden sollten. Forschung an Bord, überprüfbare Zutaten und die Kontrolle von Exporten greifen an unterschiedlichen Punkten derselben Nutzungskette an.

Quellen

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