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Project Hiu eröffnet Haifischern auf Lombok neue Einkommenswege

Project Hiu beschäftigt Fischer und ihre Boote im Tourismus. Während ihrer Verträge verzichten die beteiligten Kapitäne auf den Fischfang.

Ronny K24. September 2026
Blick von Gili Meno auf Lombok und den Rinjani
Blick von Gili Meno auf Lombok und den Rinjani (2010). © Vyacheslav Argenberg / vascoplanet.com · Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · Unten beschnitten.

Boote, die sonst zum Haifang auslaufen, bringen Gäste aufs Meer: Project Hiu verbindet auf der indonesischen Insel Lombok Tourismus mit alternativen Einkommen für Fischer. Condé Nast Traveler stellt das Projekt am 22. September in seiner Auswahl „Bright Ideas in Travel 2026“ vor und nennt rund 80 beteiligte Fischer und 15 Boote.

Zusammenarbeit mit den Fischern

Hinter dem Projekt steht die australische Filmemacherin Madison Stewart. Auf der Projektwebsite beschreibt sie, wie aus der Dokumentation des Haihandels eine Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort entstand. Ihr Ansatz berücksichtigt, dass der Fang das Einkommen von Familien sichert. Eine Alternative muss deshalb auch wirtschaftlich tragfähig sein.

Project Hiu mietet Boote und beschäftigt lokale Besatzungen für touristische Ausfahrten. Die Fischer bringen dabei ihre Erfahrung auf See ein. Der Name passt zum Ziel der Initiative: „Hiu“ bedeutet auf Indonesisch Hai.

Verträge ersetzen den Fang zeitweise

Wie dieser Wechsel organisiert wird, erläutert das Projekt in einem eigenen Beitrag über sein Vertragsmodell. Kapitäne und Boote werden für jeweils einen Monat im Tourismus beschäftigt. Für diese Zeit verpflichten sie sich, nicht zu fischen. Die Einsätze hängen unter anderem von den verfügbaren Gästen und weiteren Arbeitsmöglichkeiten ab.

Vor Vertragsabschlüssen spricht das Team nach eigenen Angaben mit Kapitänen und Dorfvertretern über die wirtschaftliche Situation. Dazu gehören Einnahmen aus dem Fang, Treibstoff- und Bootskosten sowie die Versorgung der Familien. Auch den Umbau ausgewählter Boote für den touristischen Einsatz finanziert das Projekt.

Entscheidend ist ein verlässliches Einkommen

Das Modell bedeutet somit keinen automatisch dauerhaften Ausstieg aller Beteiligten aus der Fischerei. Es schafft bezahlte Zeiträume, in denen die vertraglich gebundenen Boote nicht zum Fang eingesetzt werden. Wie verlässlich daraus eine längerfristige Alternative wird, hängt auch davon ab, ob solche Beschäftigung regelmäßig möglich ist.

Die im Magazin genannten Zahlen beschreiben die Beteiligung am Projekt. Sie belegen für sich genommen weder eine bestimmte Zahl geretteter Haie noch eine Erholung der Bestände. Der konkrete Ansatz bleibt dennoch nachvollziehbar: Einkommen soll dort entstehen, wo bislang der Fang die Lebensgrundlage bildet.

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