In der japanischen Präfektur Tottori sollen gefangene Haie künftig auch als Snacks für Hunde und Katzen vermarktet werden. Ein Betrieb in Chizu hat dafür getrocknete Stücke und ein Pulver entwickelt, berichtet TSK über FNN am 29. Oktober. Der Verkaufsstart in einem örtlichen Tiercafé ist für November vorgesehen.
Der Fernsehbeitrag zeigt die Produktvorstellung und den Hersteller, der bereits Wildfleisch verarbeitet.
Wildfleischbetrieb entwickelt eine neue Verwertung
Nach Angaben des Senders regte die Präfektur eine Nutzung der mit dem Fang angelandeten Haie an. Die Gemeinde Chizu beauftragte daraufhin den Betrieb, seine Erfahrung mit Haustier-Snacks aus Hirschfleisch zu übertragen. Die Entwicklung dauerte dem Bericht zufolge etwa zwei Monate.
Hintergrund ist ein Konflikt mit der Fischerei: TSK nennt für Tottori bis August 2026 insgesamt 447 Schadensfälle durch Haie und Schäden von 17,2 Millionen Yen. Diese Angaben beschreiben gemeldete Fischereischäden; sie sind keine Zählung der Haie vor der Küste.
Für die Bewertung fehlen Angaben zu Arten und Herkunft
Welche Haiarten verarbeitet werden, aus welchen Fängen die Tiere stammen und wie viel produziert werden soll, geht aus dem Bericht nicht hervor. Auch unabhängige Analysen der neuen Produkte werden dort nicht vorgelegt. Die Darstellung als sinnvolle Verwertung beantwortet diese Fragen zur Lieferkette deshalb noch nicht.
Dass Haustier-Snacks einen eigenen Absatzmarkt für Haiprodukte bilden, untersucht Ocean Blue Tree mit WildAid bereits in Thailand. Das Projekt verbindet DNA-Untersuchungen, Schadstoffanalysen und Befragungen zum Kaufverhalten. Es zeigt, welche Informationen zur Beurteilung solcher Produkte nötig sind.
Über die Untersuchungen in Thailand hat Haitauchen bereits berichtet. Deren Ergebnisse lassen sich nicht auf die Produkte aus Chizu übertragen. Für das japanische Vorhaben bleibt entscheidend, welche Arten verwendet werden und ob Herkunft, Fangbedingungen und Produktqualität nachvollziehbar dokumentiert sind.

