Réunion plant 643.165 Euro für Haisicherheit – Präventivfischerei wird neu diskutiert

Réunions Regionalrat bewilligt 493.165 Euro für den Centre Sécurité Requin und 150.000 Euro für Küstenüberwachung. Gleichzeitig soll die Zukunft der präventiven Haifischerei mit dem Staat neu beraten werden.

Sharky25. August 2026
Ein RESSAC-Rettungsschwimmer steht auf einem Jetski vor der Küste von Réunion
RESSAC-Rettungsschwimmer auf einem Jetski vor Réunion. Foto: Water Patrol Réunion und RESSAC Réunion auf Instagram. Offizieller Account: RESSAC Réunion.

Die Region Réunion stellt 2026 zusammen 643.165 Euro für zwei Säulen der Sicherheit an der Küste bereit. Davon gehen 493.165 Euro an den Centre Sécurité Requin und 150.000 Euro an das Rettungs- und Überwachungsnetz RESSAC. Das berichten Imaz Press und Mémento nach der Sitzung der ständigen Kommission des Regionalrats vom 21. August 2026.

Die Entscheidung sichert damit sowohl operative Maßnahmen zur Reduzierung des Haifischrisikos als auch Patrouillen, Rettung und Hilfe für Wassersportler. Zugleich enthält sie einen politisch wichtigen Vorbehalt: Die Fortsetzung der Strategie der präventiven Fischerei soll mit den staatlichen Stellen neu besprochen werden.

493.165 Euro für den Centre Sécurité Requin

Der Regionalrat bestätigte seinen Finanzierungsbeitrag zum Groupement d’intérêt public Centre Sécurité Requin, kurz GIP CSR. Die Einrichtung gilt auf Réunion als zentraler Betreiber für die Reduzierung des Haifischrisikos. Im Jahr 2025 setzte sie laut den veröffentlichten Sitzungsberichten die präventive Fischerei fort und führte Forschungsprogramme zu Haipopulationen sowie zur Wirksamkeit der eingesetzten Risikomanagement-Maßnahmen durch.

Für 2026 nennt der Beschluss zwei konkrete nächste Schritte: Der Auftrag für die präventive Fischerei soll erneuert werden, außerdem ist ein Forschungsaufruf zu Haien vorgesehen. Die beiden Presseberichte nennen weder Fangzahlen und Zielarten noch Fangmethoden oder die genauen Bedingungen des Forschungsaufrufs. Aus der bewilligten Summe lässt sich daher nicht ableiten, welcher Anteil auf Fischerei, Forschung, Datenerhebung oder andere Aufgaben entfällt.

Präventive Fischerei kommt erneut auf den Prüfstand

Bemerkenswert ist die Kombination aus Finanzierung und Prüfauftrag. Einerseits wurde der regionale Beitrag für 2026 genehmigt und die Erneuerung des Fischereiauftrags angekündigt. Andererseits wünschte die ständige Kommission ausdrücklich, dass die Frage nach der Fortsetzung dieser Strategie mit den Diensten des französischen Staates erörtert wird.

Das ist noch kein Beschluss zum Ende der präventiven Fischerei. Ebenso wenig nennen die Quellen einen Termin, ein Verfahren oder Kriterien für die angekündigte Beratung. Fest steht lediglich, dass die Maßnahme nicht als dauerhaft unveränderter Bestandteil der Strategie behandelt werden soll, sondern erneut politisch und administrativ diskutiert wird.

150.000 Euro für Patrouillen, Rettung und Küstensicherheit

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Die zweite Förderung geht an das 2025 gegründete Réseau d’Éducation et de Sauvetage pour la Sécurité des Activités Côtières, kurz RESSAC. Der Verband führt die Programme „Vigies Requins Renforcées“ der réunionischen Surfliga und „Water Patrol“ des Leu Tropical Surf Team weiter und hat den Einsatzbereich auf die Sicherheit, Rettung und Unterstützung aller Küstennutzer innerhalb der 300-Meter-Zone erweitert.

Für 2025 weisen die Sitzungsunterlagen 116 Einsätze in L’Étang-Salé und 117 Einsätze in Saint-Leu aus. Während der Einsatztage seien jeweils fast 300 Nutzer überwacht worden. Hinzu kamen 110 Hilfe- und Rettungseinsätze. Wie eine solche Patrouille bei einer Haisichtung reagiert, zeigte sich am 9. August: Nach einer Bullenhai-Meldung bei Étang-Salé wurde der Surfspot vorsorglich geräumt; verletzt wurde niemand.

Zwei unterschiedliche Aufgaben unter einem Sicherheitsziel

Die beiden Förderungen sollten nicht verwechselt werden. RESSAC arbeitet direkt an der Küste mit Überwachung, Warnung, Hilfe und Rettung. Der Centre Sécurité Requin bündelt Maßnahmen des Haifisch-Risikomanagements und Forschung, darunter bislang auch die präventive Fischerei. Zusammen bilden die Programme unterschiedliche Ebenen der Sicherheitsstrategie an der West- und Südküste der Insel im Indischen Ozean.

Der Beschluss hält diese Struktur für 2026 finanziell arbeitsfähig, beantwortet aber die umstrittenste strategische Frage noch nicht. Ob und in welcher Form die präventive Fischerei nach der angekündigten Abstimmung mit dem Staat fortgeführt wird, bleibt offen. Entscheidend wird sein, ob die weitere Debatte mit transparenten Daten zu Fängen, Arten, Forschungsergebnissen, Wirksamkeit und ökologischen Folgen geführt wird.

Quellen

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