Melenara als wichtiges Hai- und Rochengebiet anerkannt

Vor Melenara auf Gran Canaria ist ein 5,18 Quadratkilometer großes ISRA anerkannt. Ausschlaggebend sind große Ansammlungen des Gestreiften Schmetterlingsrochens.

Sharky25. August 2026
Engelshai liegt im Sand squatina squatina
Michael Bommerer, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Vor Melenara an der Ostküste Gran Canarias ist ein 5,18 Quadratkilometer großes Meeresgebiet als Important Shark and Ray Area, kurz ISRA, ausgewiesen worden. Das offizielle Melenara-Factsheet nennt den stark gefährdeten Gestreiften Schmetterlingsrochen (Gymnura altavela) als ausschlaggebende Art.

Das Gebiet reicht von der Küste bis in 50 Meter Tiefe. Basaltplattformen, felsige Riffe und Sandflächen bilden ein Mosaik verschiedener Lebensräume. Die Anerkennung stützt sich auf die globale Gefährdung der Art und auf regelmäßig beobachtete Ansammlungen.

422 Rochen bei 19 Sichtungen

Zwischen Mai 2017 und Dezember 2019 fanden 30 monatliche Unterwasserzählungen statt. Dabei wurden bei 19 Sichtungen insgesamt 422 Gestreifte Schmetterlingsrochen dokumentiert. Vierzehn Beobachtungen waren Gruppen mit drei bis 82 Tieren; die mittlere Gruppengröße lag bei zwölf.

Die Ansammlungen traten regelmäßig von Juni bis November auf und erreichten im September bei 22 bis 24 Grad Celsius ihren Höhepunkt. Die Tiere waren 60 bis 175 Zentimeter lang und damit überwiegend ausgewachsen. Rund 77 Prozent der erfassten Rochen waren weiblich.

Nach dem Factsheet handelt es sich um die größte bekannte Ansammlung dieser Art an der Ostküste Gran Canarias. Warum sich die Rochen dort versammeln, ist noch nicht geklärt. Außerhalb der Saison könnten sie in tiefere Bereiche abwandern. Fortpflanzung, Nahrungssuche oder Ruheverhalten sind mögliche, bislang aber nicht bestätigte Erklärungen.

Auch Engelhaie nutzen das Gebiet

Neben der ausschlaggebenden Rochenart führt das Gebiet mehrere unterstützende Arten. Dazu zählen der vom Aussterben bedrohte Engelhai (Squatina squatina), der ebenfalls stark gefährdete Gewöhnliche Adlerrochen und der als gefährdet eingestufte Gewöhnliche Stechrochen. Ihre Anwesenheit unterstreicht die ökologische Bedeutung, war aber nicht das alleinige Kriterium der Anerkennung.

Eine ISRA ist noch kein Schutzgebiet

Important Shark and Ray Areas werden nach wissenschaftlichen Kriterien abgegrenzt. Sie zeigen, welche Orte für gefährdete Arten, Fortpflanzung, Ernährung, Wanderungen oder besondere Ansammlungen wichtig sind. Eine ISRA schafft jedoch nicht automatisch rechtlichen Schutz, Fangverbote oder neue Nutzungsregeln in Spanien.

Das regionale ISRA-Kompendium für den europäischen Atlantik umfasst 124 anerkannte Gebiete. Sie wurden nach einem Fachworkshop im Mai 2025 veröffentlicht. Zusätzlich blieben fünf Kandidatengebiete und 30 Areas of Interest, für die noch weitere Daten erforderlich sind.

Wissenschaftliche Grundlage für lokale Entscheidungen

Für Melenara liefert die Ausweisung eine räumlich präzise Grundlage für Monitoring und Küstenplanung. Behörden können prüfen, ob saisonale Ansammlungen durch Fischerei, Bootsverkehr, Bauvorhaben oder andere Nutzungen beeinträchtigt werden. Frühere Initiativen zum Schutz von Haien und Rochen auf den Kanaren erhalten damit zusätzliche wissenschaftliche Anknüpfungspunkte.

Entscheidend ist nun, die Erhebungen fortzuführen. Nur längere Zeitreihen können zeigen, ob die großen Gruppen regelmäßig zurückkehren, wofür sie Melenara nutzen und welche Maßnahmen tatsächlich helfen. Die Lage im Atlantischen Ozean ist anerkannt; konkrete Schutzregeln bleiben eine politische Aufgabe.

Erwähnte Arten

Engelshai liegt im Sand squatina squatina

Engelshai

Quellen

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