Update vom 18. August 2026: Dieser Beitrag wurde um die Vorgeschichte von Blues Rettung aus einem illegalen Export im Jahr 2018 ergänzt.
Blue sollte illegal in die Niederlande exportiert werden
Neue Angaben der Two Oceans Aquarium Foundation zeigen, wie Blue ins Aquarium kam: Am 3. Mai 2018 entdeckten südafrikanische Behörden bei einer Routinekontrolle am internationalen Flughafen von Kapstadt vier Sandtigerhaie. Die in Port Alfred am Ostkap gefangenen Tiere sollten in die Niederlande exportiert werden. Für den Transport und die Ausfuhr fehlten jedoch die erforderlichen Genehmigungen.
Der Export war damit nach südafrikanischem Recht illegal. Entscheidend ist die rechtliche Einordnung: Carcharias taurus stand 2018 noch nicht unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES. Der Verstoß betraf die südafrikanischen Vorschriften zum Schutz und zur Genehmigung mariner Arten, darunter den Marine Living Resources Act und die Marine TOPS Regulations.
Die sehr jungen Haie Delta und Echo wurden nach kurzer Erholung wieder freigelassen. Blue und Charlie blieben als Beweismittel in einem später nicht abgeschlossenen Verfahren im Aquarium. ZooFlits machte im August 2026 besonders auf das damalige Ziel Niederlande aufmerksam. Blue kehrte im März 2026 als geschlechtsreifes Weibchen ins Meer zurück; Charlie wird weiterhin im Two Oceans Aquarium betreut.
Nach acht Jahren im Two Oceans Aquarium in Südafrika ist der weibliche Sandtigerhai namens „Blue“ erfolgreich in den Ozean zurückgekehrt. Die Freilassung erfolgte am 19. März in Struisbaai.
Blue kam 2018 mit einem Gewicht von 26 Kilogramm und einer Länge von unter zwei Metern ins Aquarium. Bei ihrer Freilassung wog sie 201 Kilogramm und war fast drei Meter lang. Während ihres Aufenthalts diente Blue im „Save Our Seas Foundation Shark Exhibit“ als „Meeresbotschafterin“. Ihre Präsenz trug dazu bei, Besucher aufzuklären und die öffentliche Wahrnehmung von Haien zu verändern.

Erfolgreiches Schutzprogramm und wissenschaftliche Begleitung
Die Freilassung ist Teil eines umfassenden Naturschutzprogramms. Dr. Ilse Jenkinson, Tierärztin des Aquariums, kommentierte dazu:
„Fang und Freilassung sind ein zentraler Bestandteil des Naturschutzprogramms des Aquariums für Sandtigerhaie. Die Botschaft, die diese Haie vermitteln, ist nicht, sie zu fürchten, sondern Ehrfurcht und Staunen vor diesen komplexen Tieren zu empfinden.“
Vor ihrer Rückkehr in die Wildnis wurde Blue mit einem akustischen Sender und einer sichtbaren Spaghetti-Markierung ausgestattet. Diese dienen der Verfolgung ihrer Migration und der Nutzung ihres Lebensraums. Die Rückkehr eines geschlechtsreifen Weibchens in die Wildnis wird als wichtiger Beitrag zum Überleben der Population der Sandtigerhaie betrachtet.
Kevin Spiby, Kurator des Aquariums, bezeichnete es als „ein Privileg, sie in das weite Blau zurückzubringen.“ Sandtigerhaie (Carcharias taurus) sind in den Küstengewässern Südafrikas verbreitet. Sie sind bekannt für ihre beeindruckenden Zähne und spielen eine wichtige Rolle im marinen Ökosystem, sind jedoch durch Überfischung und Lebensraumverlust gefährdet.


