Öffnet in einem neuen Tab

Warum Kinder Haie mögen – und Angst mit dem Alter zunimmt

Eltern berichteten für eine Studie über die Ansichten von 374 Kindern: 69 Prozent mochten Haie. Ausdrückliche Angstassoziationen waren selten, nahmen aber mit dem Alter zu.

Ronny K5. November 2026
Ein Junge reitet bei einem Familienfest auf einem mechanischen Hai

Viele junge Kinder sehen Haie nicht vor allem als Bedrohung. Eine neue Studie zeigt, dass rund zwei Drittel der untersuchten Kinder Haie mochten. Zugleich wurden ausdrückliche Angstassoziationen mit zunehmendem Alter häufiger. Die Daten zeigen einen Zusammenhang, erklären aber nicht, wodurch diese Entwicklung verursacht wird.

Eltern protokollierten die Antworten von 374 Kindern

Das Forschungsteam wertete eine Online-Befragung von 323 Eltern aus. Sie stellten ihren insgesamt 374 Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren offene Fragen und hielten deren Antworten fest. Die Familien lebten in 17 Ländern oder Regionen, 61 Prozent der Kinder jedoch in Australien. Die Stichprobe ist deshalb international, aber nicht weltweit repräsentativ.

Die offene Form der Fragen sollte vermeiden, den Kindern Angst bereits durch die Fragestellung nahezulegen. Eltern erfassten unter anderem, was Haie nach Ansicht ihrer Kinder tun, wie sie aussehen und ob die Kinder Haie mögen. Forschende ordneten die Antworten anschließend Kategorien zu; eine zweite Person überprüfte einen Teil der Codierung.

69 Prozent mochten Haie

Insgesamt sagten 69 Prozent der Kinder, dass sie Haie mögen. Häufige Begründungen waren, Haie seien cool, sähen interessant aus oder seien gute Schwimmer. Bei der Beschreibung ihres Aussehens nannten die Kinder besonders oft Zähne, Größe und Flossen. Bücher waren mit 65 Prozent der häufigste Kontakt zu Haien, gefolgt von Aquarien mit 59 Prozent und Fernsehsendungen mit 38 Prozent.

13,9 Prozent verbanden Haie ausdrücklich mit Angst oder bezeichneten sie als gruselig. Aussagen darüber, dass Haie beißen oder gefährlich sein können, zählten die Forschenden nur dann als Angstassoziation, wenn die Kinder zugleich tatsächlich Angst ausdrückten. So trennt die Analyse Gefahrenwissen von einer emotionalen Reaktion.

Angstassoziationen nahmen mit dem Alter zu

Der Anteil der Kinder mit ausdrücklichen Angstassoziationen stieg über die Altersgruppen statistisch signifikant an. Unterschiede nach Geschlecht, Wohnland, Häufigkeit von Meeresbesuchen oder dem von Eltern angegebenen Angstniveau waren in dieser Stichprobe nicht signifikant. Daraus folgt nicht, dass Eltern oder Medien keinen Einfluss haben – nur, dass die Studie einen solchen Einfluss mit ihren Daten nicht belegen konnte.

Die Forschenden diskutieren, dass gesellschaftliche Erzählungen und Medienbilder eine Rolle spielen könnten. Die konkrete Medienwirkung wurde jedoch nicht direkt gemessen. Auch ein Längsschnitt, der dieselben Kinder über Jahre begleitet, fehlt. Die Ergebnisse beschreiben daher Altersunterschiede zu einem Zeitpunkt und beweisen keine Entwicklung bei einzelnen Kindern.

Positive Erfahrungen können für den Haischutz wichtig sein

Frühe Bücher, Aquarienbesuche und Bildungsangebote könnten Kindern ein differenzierteres Bild von Haien vermitteln. Das passt zu einer bereits veröffentlichten Übersicht über 171 Studien: Mehr Wissen über Haie ging dort mit positiveren Einstellungen und größerer Unterstützung für ihren Schutz einher. Beide Arbeiten zeigen Zusammenhänge und Forschungsbedarf, keine einfache Anleitung, mit der sich Angst garantiert verhindern lässt.

Was die Studie offenlässt

Die Antworten der Kinder wurden von ihren Eltern erfragt und eingetragen. Dabei können Formulierung, Auswahl und Interpretation unbewusst beeinflusst worden sein. Die überwiegend australische und englischsprachige Stichprobe begrenzt außerdem die Übertragbarkeit auf andere Kulturen. Künftige Studien sollten Kinder über längere Zeit begleiten und verschiedene Medien- sowie Bildungserfahrungen genauer erfassen.

Quellen

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