Im flachen Wasser vor Anegada haben Forschende einen wiederholt genutzten Paarungsplatz des Atlantischen Ammenhais dokumentiert. Eine neue Studie beschreibt die Ansammlung in Windlass Bight auf den Britischen Jungferninseln. Solche Beobachtungen helfen dabei, Küstenabschnitte zu erkennen, die für die Fortpflanzung der Tiere besonders wichtig sind.
22 Paarungsereignisse in knapp zwei Wochen
Vom 4. bis 16. Juni 2025 beobachtete das Team die Haie vom Ufer aus und ergänzte die Erfassung durch Drohnenflüge. Insgesamt dokumentierten die Forschenden 22 Paarungsereignisse; zeitweise befanden sich bis zu 27 Tiere gleichzeitig am untersuchten Platz. Acht ausgewachsene Männchen und 15 ausgewachsene Weibchen erhielten akustische Sender für die längerfristige Überwachung sowie äußere Markierungen zur Wiedererkennung.
Ältere Videoaufnahmen zeigen Ansammlungen an derselben Stelle bereits 2018 und Paarungsversuche 2023. Zusammen mit den Beobachtungen von 2025 spricht das für eine über mehrere Jahre wiederholte Nutzung. Daraus folgt jedoch nicht, dass für jedes dazwischenliegende Jahr Paarungen nachgewiesen sind.
Ein empfindlicher Lebensraum direkt am Ufer
Nach Angaben der University of Massachusetts Amherst konzentrierten sich die Tiere auf einen etwa 150 Meter langen Küstenabschnitt. Die Paarungen fanden in sehr flachem, ungefähr knietiefem Wasser statt. Ein von der Universität veröffentlichtes Video zeigt Ammenhaie bei der Paarung.
Gerade die Nähe zum Land macht den Platz empfindlich gegenüber Eingriffen. Laut der Universitätsmitteilung schien bereits die Anwesenheit des Forschungsteams das Verhalten der Haie zu stören. Eine Bebauung dieses Uferabschnitts könnte den Paarungsplatz nach Einschätzung der Forschenden zerstören.
Der Befund liefert damit eine Grundlage, um Störungen während der Fortpflanzung gezielter zu vermeiden. Er belegt einen Paarungsplatz – nicht automatisch einen Geburtsplatz oder eine Kinderstube. Die akustische Überwachung soll helfen, die Nutzung des Gebiets längerfristig zu verfolgen.


